Wirtschaft

Drohende Fahrverbote Diesel-Absatz bricht weiter ein

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Im Januar kamen mehr Autos auf die Straßen - der Diesel-Anteil geht aber weiter zurück.

(Foto: dpa)

Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Januar mehr Autos verkauft. Doch das betrifft vor allem Benziner - der Absatz von Diesel-Fahrzeugen geht weiter zurück. Gleichzeitig fahren mehrere Autobauer ihre Umtauschprämien auf ältere Diesel-Fahrzeuge zurück.

Der Absatz von Dieselautos in Deutschland ist zu Jahresbeginn stark gesunken. Die Verkäufe der Selbstzünder seien im Januar binnen Jahresfrist um 17,6 Prozent auf rund 89.800 Fahrzeuge zurückgegangen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit. Der Diesel-Anteil an den Pkw-Zulassungen schrumpfte auf 33 Prozent, zwölf Prozentpunkte niedriger als noch vor einem Jahr. Dieselautos verkaufen sich seit Monaten wegen der drohenden Fahrverbote schlecht. Dagegen zieht die Nachfrage nach Benzinern an.

Insgesamt kamen laut VDA im Januar 269.400 Neuwagen auf die Straßen, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Verband rechnet allerdings nicht damit, dass sich das hohe Tempo in den nächsten Monaten fortsetzen wird. Nach seiner letzten Prognose geht der VDA für 2018 mit einem Rückgang der Pkw-Nachfrage um zwei Prozent auf rund 3,4 Millionen Fahrzeuge aus.

Der Auftragseingang im Inland lag zu Jahresbeginn deutlich über dem Vorjahr. Im Januar hätten neun Prozent mehr inländische Kunden Fahrzeuge bestellt, teilte der VDA mit. Aus dem Ausland seien vier Prozent mehr Aufträge eingegangen. In den Pkw-Werken der deutschen Hersteller liefen 458.700 Fahrzeuge von den Produktionsbändern, etwa so viele wie im Vorjahresmonat. Ins Ausland wurden 353.700 Wagen exportiert, ein Zuwachs von gut einem Prozent.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verschob unterdessen die geplante Veröffentlichung der Zulassungsstatistik auf kommende Woche. Eine Sprecherin der Behörde sagte, die Zahlen müssten erst aufgearbeitet werden.

Diesel-Rabatte gehen zurück

Derweil haben zum Jahresauftakt mehrere Autohersteller ihre Eintauschprämien für ältere Diesel-Autos reduziert oder gestrichen. Nach der regelmäßigen Rabattstudie des CAR-Center der Universität Duisburg-Essen haben gleich sieben Importeure - Fiat, Alfa Romeo, Honda, Hyundai, Kia, Jeep und Peugeot - im Januar ihre entsprechenden Programme beendet. Ford habe seinen mit einer Garantie verbundenen "Umweltbonus" in der Höhe zurückgefahren.

Das allgemeine Rabattniveau sei im Vergleich zum Jahresende deutlich zurückgegangen, teilte Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer mit. Es lag aber immer noch deutlich über dem Vorjahresmonat. Es sehe ganz danach aus, dass sich bei den Autobauern eine "gewisse Müdigkeit im Verschrottungsrennen" eingestellt habe. Auch die Eigenzulassungen und die über Internet-Plattformen angebotenen Preisvorteile seien rückläufig. Dudenhöffer hatte bereits früher vor einem "Abwrack-Kater" gewarnt.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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