Wirtschaft

Razzia in Wolfsburg Dieselbetrug bei VW könnte sich ausweiten

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VW bestätigt die Durchsuchungen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ist der Abgasskandal bei Volkswagen noch größer als bislang bekannt? Die Staatsanwaltschaft ermittelt und im Fokus steht das Nachfolgemodell des Motortyps, bei dem Schummelsoftware zum Einsatz kam. VW weist die Vorwürfe zurück und betont die eigene Kooperation.

Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Braunschweig die Geschäftsräume des Autobauers Volkswagen in Wolfsburg durchsucht. Die Ermittlungen beziehen sich auf Dieselfahrzeuge mit Motoren des Typs EA 288 und sind gegen Einzelbeschuldigte gerichtet, wie VW-Sprecher Nicolai Laude erklärte. Der Konzern kooperiere mit der Staatsanwaltschaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte die Durchsuchung, lehnte jedoch unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen weitere Auskünfte ab.

  Die Motoren des Typs EA 288 sind ein Nachfolgermodell des Typs EA 189, der im Zentrum des Dieselskandals steht. In vielen der EA-189-Motoren war Software zur Manipulation der Abgaswerte zum Einsatz gekommen. Laude bezeichnete die Ermittlungen im Zusammenhang mit den EA-288-Motoren als "unbegründet".

30 Milliarden Euro an Strafzahlungen

Er verwies auf Messungen und Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamts im Jahr 2016. Dabei seien keine Hinweise auf unzulässige Abschalteinrichtungen gefunden worden. Laude betonte, VW habe dennoch die "den Vorwürfen zugrunde liegenden technischen Sachverhalte" den zuständigen Ermittlungs- und Zulassungsbehörden "proaktiv frühzeitig offen gelegt".

Volkswagen hatte 2015 eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software zur Manipulation von Abgaswerten eingesetzt zu haben. Der Dieselskandal hat den Konzern bislang mehr als 30 Milliarden Euro an Strafzahlungen, Entschädigungen und Gerichtskosten gekostet - vor allem in den USA.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP