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Samstag, 14. April 2018

Viel Macht für neuen VW-Chef: Diess soll auch Audi-Aufseher werden

Der Vorstandchef von Volkswagen ist üblicherweise auch Chefaufseher von Audi. Doch Diess soll noch zwei andere wichtige Abteilungen im Konzern führen. Diese Machtfülle weckt Erinnerungen an seinen Vorvorgänger Winterkorn.

Der neue Volkswagen-Chef Herbert Diess soll nach Informationen aus Konzernkreisen auch den Vorsitz des Aufsichtsrats der Tochter Audi übernehmen. Über diesen Plan hatte zuerst das Branchenmagazin "Automobilwoche" berichtet. Ein Audi-Sprecher sagte: "Der Aufsichtsrat wird auf seiner nächsten Sitzung am 8. Mai über den Vorsitz entscheiden." Von Volkswagen war bislang keine Stellungnahme zu erhalten.

Bei dem Wolfsburger Autobauer hat es Tradition, dass die Vorstandsvorsitzenden zugleich Chefkontrolleure von Audi sind. Der bisherige VW-Markenchef Diess hat aber nicht nur Konzernchef Matthias Müller auf dem Chefposten abgelöst. Er ist in Zukunft auch für die neue Markengruppe "Volumen" verantwortlich, zu der neben den VW-Pkw die VW-Nutzfahrzeuge, Seat und Skoda gehören. Zusätzlich soll er den Bereich Forschung und Entwicklung im Konzern leiten.

Laut "Automobilwoche" stößt diese Machtfülle im Konzern auf Skepsis und weckt Erinnerungen an seinen Vorvorgänger Martin Winterkorn. "Diess darf sich bitte nicht wie Winterkorn noch um die letzte Schraube kümmern wollen. Das hat damals viel Zeit, Geld  und Nerven gekostet", wird ein hochrangiger VW-Entwicklungsexperte zitiert. Diess erklärte laut dem Blatt zu dem Thema: "Ich habe gern viel Arbeit."

Der Aufsichtsrat hatte Diess am Donnerstag zum neuen Konzernchef befördert. Gleichzeitig beschloss das Gremium die Aufteilung in die Markengruppen "Volumen" (VW, Skoda und Seat), "Premium" (Audi) und "Super Premium" (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini). Für die Nutzfahrzeugeinheit Truck & Bus sollen die Voraussetzung geschaffen werden, diese an die Börse zu bringen.

Quelle: n-tv.de