Wirtschaft

Digitalisierung bei der Bahn "Fühlt sich ganz schön Startup-mäßig an"

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Miriam Kotte und Janina Schönitz teilen sich die Führungsposition des "Head of Digital Transformation" bei der Deutschen Bahn. Sie machen mehr als 300.000 Mitarbeiter für die Digitalisierung fit. Wie das klappt, erzählen sie im Podcast "So techt Deutschland".

Viele Menschen denken bei der Deutschen Bahn vermutlich an Verspätungen, unzureichende Kundenbetreuung und vor allem an schlechtes Internet in den Zügen. Doch die Bahn mit ihren mehr als 300.000 Mitarbeitern muss sich wie viele Unternehmen auch nach innen transformieren. Das heißt: Auch bei der Digitalisierung muss daran gedacht werden, die eigenen Mitarbeiter mitzunehmen. Dafür sind Miriam Kotte und Janina Schönitz verantwortlich. Die beiden teilen sich die Stelle des "Head of Digital Transformation" - bei der Bahn kein Einzelfall.

Beide haben schon vor der Bewerbung über diese Idee nachgedacht und "haben dann den Schlachtplan entwickelt, nicht gegeneinander für diese Stelle anzutreten, sondern miteinander", sagt Schönitz. "Die Stelle war nicht als Tandem ausgeschrieben", ergänzt Kotte. Die Initiative sei von beiden ausgegangen, am Ende habe man auch die Gehaltsverhandlungen gemeinsam geführt. Mails beantwortet das Duo mit dem Kürzel MiJa.

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Das Aufgabenfeld der beiden Führungskräfte ist riesig. Sie müssen quasi eine Großstadt auf die Zukunft vorbereiten. Wie? Indem sie Menschen mit gleichen Kompetenzen zusammenführen: "Wir versuchen ein ganzheitliches Angebot zu schaffen", erklärt Kotte. "Jemand, der zum Beispiel bei Regio arbeitet, hat ähnliche Herausforderungen wie jemand im Fernverkehr oder bei Netz". Es sei auch ein komplizierter Laden und "wir sind mitten in diesem Spinnennetz von Kolleginnen und Kollegen, die das umsetzen und die Digitalisierung an die Mitarbeitenden bringen", sagt Schönitz.

"Fühlt sich ganz schön Startup-mäßig an"

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Wer meint, dass bei einem großen Konzern wie der Deutschen Bahn alles ganz langsam geht, der täuscht sich. "Ich habe einige Male gedacht, das fühlt sich hier gerade ganz schön Startup-mäßig an", erzählt sie weiter. 2016 sei sie frisch in den damals noch neuen Digitalbereich gewechselt. Das sei ein Haufen von Leuten gewesen, ohne große Struktur und "das haben wir schon immer so gemacht", erinnert sich Schönitz. "Da hatte man das Gefühl, ich kann hier einen Beitrag leisten zu etwas wirklich Großem".

Was in diesem großen Konzern helfe, sei das große Netzwerk dahinter. Viele Experten zu den unterschiedlichsten Themen und "die dann gemeinsam an einen Tisch zu bringen und mit dieser Expertise an Themen zu arbeiten, macht unwahrscheinlich viel Spaß", sagt Kotte.

Welche Tools sie für ihre Arbeit nutzen und wie sie sich ihre Arbeit in einer immer komplexer werdenden Welt vorstellen, erzählen MiJa in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de

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