Wirtschaft

Trotz strittigem DDR-Vergleich Döpfner bleibt Cheflobbyist der Verleger

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Matthias Döpfner ist seit 2016 Präsident des BDZV, seine im vorigen Jahr verlängerte Amtszeit läuft noch bis 2024.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Ex-Bild-Chef Reichelt sei der "einzige Journalist in Deutschland", der "gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. Diese Worte in einer Textnachricht von Springer-Chef Döpfner lösen Empörung aus. Der Verband der Zeitungsverleger will sich jedoch nicht von ihm als Präsidenten trennen.

Trotz seines umstrittenen DDR-Vergleichs und seiner Kritik an deutschen Journalisten bleibt Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Chef des Lobbyverbands BDZV. Döpfner habe seine Äußerungen in einer regulären Präsidiumssitzung erläutert, teilte der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) mit. Nach einer eingehenden Diskussion hätten die Präsidiumsmitglieder Döpfners Argumente mit großer Mehrheit für stimmig befunden und seine Bitte um Entschuldigung akzeptiert.

Es sei unstreitig, dass die gesamte Debatte dem Verband nicht gut getan habe. Die Formulierungen in der privaten Textnachricht Döpfners seien inakzeptabel. Dies stelle aber keinen Grund dar, die sehr erfolgreiche Arbeit des Präsidiums in den vergangenen Jahren in Frage zu stellen. Döpfner ist seit 2016 Präsident des BDZV, seine im vorigen Jahr verlängerte Amtszeit läuft noch bis 2024. Der Springer-Chef hatte seine Äußerungen in einer privaten Nachricht wiederholt als ironisch und überspitzt verteidigt.

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Döpfners SMS an den Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre vom März war vor kurzem bekannt geworden und hatte nicht nur in der Medienwelt für Aufsehen gesorgt. Mit Blick auf einen kritischen Kommentar von Ex-Bild-Chef Julian Reichelt zu Corona-Einschränkungen hatte Döpfner geschrieben, Reichelt sei "der letzte und einzige Journalist in Deutschland", der noch mutig "gegen den neuen DDR-Obrigkeitsstaat" aufbegehre. "Fast alle anderen sind zu Propaganda Assistenten geworden." Döpfner hatte damit viel Kritik ausgelöst.

Mehrere Vertreter kleiner und großer Verlage bezeichneten die Worte als unangemessen bis inakzeptabel. Vereinzelt gab es Rücktrittsforderungen. Döpfner hatte zuletzt erklärt, er sei zum Rücktritt bereit, wenn die BDZV-Mitglieder dies mehrheitlich forderten.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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