Wirtschaft

Tweef mit Rupert Murdoch Donald Trumps gewagter Medien-Krieg

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Mit Rupert Murdoch hat sich Donald Trump einen mächtigen Feind gemacht.

(Foto: picture alliance / dpa)

"The Donald" will US-Präsident werden und zieht dabei eine Spur verbaler Verwüstung hinter sich her. Doch sein neuster Gegner könnte ihm tatsächlich gefährlich werden: Medien-Tycoon Rupert Murdoch.

Bei seinem Versuch, US-Präsident zu werden, hat sich Donald Trump bislang vor allem mit Leuten angelegt, die sich nicht wehren können - oder ungefährlich für ihn sind. Seine Kampagne für das Weiße Haus begann er mit einer Hasstirade gegen mexikanische  Einwanderer: "Sie bringen Drogen, sie bringen Verbrechen, sie sind Vergewaltiger, aber einige sind gute Menschen, nehme ich an". Zuletzt spottete er über Senator John McCain, der im Vietnamkrieg gefangen und gefoltert wurde: "Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde? Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind".

Doch nun hat sich "The Donald" einen neuen Gegner gemacht, der ihm wirklich schaden könnte: Medienmogul Rupert Murdoch. "Wann hört Donald Trump auf seine Freunde und das ganze Land zu blamieren?" twitterte der Chef mächtigen News Corporation angesichts von Trumps verbalen Entgleisungen.

Murdochs offene Abneigung ist ein Problem für Trump: Der Australier kontrolliert die wichtigsten Medien, die Trump für seine mediale Dauerpräsenz braucht. Murdoch gehören Zeitungen wie das Wall Street Journal, das Massenblatt New York Post und der TV-Sender Fox News. Mit seinen Attacken hat Trump nun selbst Murdochs konservative Medienmacher gegen sich aufgebracht.

"Komm schon Donald, das war nicht korrekt"

"Sein einziges erkennbares Prinzip ist die Förderung seiner eigenen Marke", urteilte  das Wall Street Journal am Wochenende in einem vernichtenden Kommentar."Seine Hauptbotschaft scheint zu sein, dass er es sich leisten kann jedem zu sagen, er soll sich zum Teufel scheren, weil er reich ist und es ihn nicht interessiert, was andere denken". Trump's Antwort ließ nicht lange auf sich warten. "Kuck mal wie klein die Seiten beim Wall Street Journal geworden sind. Sieht aus wie ein Boulevardblatt - die sparen nehme ich an!" twitterte der Milliardär.

Um den Vorwahlkampf der Republikaner zu gewinnen muss Trump kräftig die Werbetrommel rühren, am besten im Fernsehen. Und es gibt kaum einen Sender, den konservative US-Wähler mehr einschalten als Fox News. Auch der hat mit Kritik an Trump bislang nicht gespart, vor allem wegen seiner Angriffe von Kriegsheld McCain unterhalb der Gürtellinie.

 "Ich denke sie würden hier doch heute zugeben, dass das ein Fehler war. John McCain war ein Held und sie wissen das", nahm FoxNews-Moderator Bill O' Reilly Trump im Fernsehen auseinander. " Er war auf einer Bombenmission, er wurde abgeschossen, er wurde gefoltert. Komm schon Donald, du weißt wie das rübergekommen ist war nicht korrekt". Auf Twitter versuchte Trump gegenzuhalten und seine Anhänger zu mobilisieren. "Sag deinem Besitzer Murdoch wir schalten Fox ab, wenn es sich weiter lustig über Donald Trump macht", zitierte er einen Unterstützer.

"Trump ist erledigt"

Medientycoon Murdoch hielt zwar noch nie viel von Trump. Doch so offen hat er das noch nie geäußert. Murdoch's Medien waren sich bisher nie zu schade, mit Schlagzeilen über Trumps Affären und Fehltritte den Verkauf anzukurbeln, während Trump von der Publicity profitierte. Nun wendet sich das Blatt. "Don Voyage", titelte die New York Post nach Trumps Angriffen auf McCain."Trump ist erledigt".

Murdochs herzliche Abneigung mag zum Teil persönlich begründet sein: Seine Ex-Frau ist weiterhin gut befreundet mit Trumps Tochter Ivanka. Doch vor allem hat Murdoch wie viele Konservative Angst, dass Trump die Ambitionen der Republikaner auf das Weiße Haus zunichte machen könnte, sollte er tatsächlich die Vorwahlen gewinnen und als republikanische Lachnummer die Demokraten herausfordern.

Zudem gefallen Murdoch einige von Trumps politischen Positionen gar nicht. Murdoch setzt sich schon lange für eine Reform der Einwanderung in den USA ein. "Mexikanische Einwanderer haben, wie alle Einwanderer, viel niedrigere Kriminalitätsraten als gebürtige Amerikaner. Bestes Beispiel El Paso, die sicherste Stadt in den USA. Trump hat Unrecht", twitterte Murdoch zu Trumps Hasstirade.

Quelle: ntv.de

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