Wirtschaft

Banken im Blick behalten Draghi: Brexit kostet Wachstum

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Bis zu 0,5 Prozent weniger Wachstumm in den kommenden drei Jahren: EZB-Chef Draghi informiert auf dem Gipfel.

(Foto: REUTERS)

Nach und nach werden Folgen des Abschieds der Briten aus der Europäischen Union deutlich. Die EZB wird nach Angaben ihres Präsidenten Draghi ihre Wachstumsprognosen revidieren müssen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) befürchtet einem Insider zufolge leicht negative Konsequenzen für die Konjunktur aus dem möglichen EU-Austritt Großbritanniens. EZB-Chef Mario Draghi habe den Staats- und Regierungschefs der EU bei deren Gipfel in Brüssel gesagt, dass der Grund dafür das zu erwartende niedrigere Wachstum im Vereinigten Königreich sei. In seiner Erklärung habe der EZB-Chef von einem verringerten Wachstum um 0,3 bis 0,5 Prozent in den kommenden drei Jahren gesprochen.

Draghi mahnte zugleich die EU-Regierungen dringend zu Reformen, weil es im Rest der Welt womöglich die Wahrnehmung gebe, dass die EU unregierbar werde. Ähnliche Warnungen hatte zuvor bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert.

Draghi habe darauf hingewiesen, dass die Anfälligkeiten im Bankensektor angegangen werden müssten, sagte der EU-Vertreter weiter. Details habe Draghi nicht genannt. Die Haushalte der EU-Staaten sollten stärker auf Wachstum ausgerichtet werden. Draghi habe erneut versichert, dass die EZB bereit stehe, für Preisstabilität zu sorgen und sich darin bei Bedarf mit anderen Notenbanken zu koordinieren.

Ratingagenturen werden skeptischer

Zuvor hatten bereits die Ratingagentur Standard & Poor's der fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt den AAA-Status nach einem halben Jahrhundert aberkannt. Damit wird es für London teurer, Kredite aufzunehmen. Grund seien "Unsicherheit", hieß es. Die Agentur rechnete für das Vereinigte Königreich mit einem "weniger vorhersehbaren, weniger stabilen und weniger effektiven politischen Kontext".

Auch die US-Ratingagentur Moody's hatte die Aussichten für die Kreditwürdigkeit Großbritanniens negativ beurteilt. Sie ließ die Bonität zwar unverändert, erklärte aber, die Entscheidung für den Brexit könne der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes schaden.

Die Briten hatten sich in dem Volksentscheid mit knapp 52 Prozent für einen Austritt aus der EU ausgesprochen und damit Schockwellen ausgelöst. Weltweit brachen die Börsen ein, die britische Währung stürzte heftig ab.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/AFP

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