Wirtschaft

Spirale von VergeltungszöllenDroht den USA eine Klopapier-Krise?

27.08.2026, 17:55 Uhr
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Obwohl US-amerikanisches Toilettenpapier und Taschentücher oft im Inland produziert werden, sind die USA bei der Herstellung stark auf kanadisches Holz angewiesen. (Foto: IMAGO/Levine-Roberts)

Wegen gescheiterter Handelsgespräche verhängt Kanada harte Vergeltungszölle - auch auf Papierprodukte. Das trifft die Amerikaner hart: Als weltweite Nummer eins im Toilettenpapier-Verbrauch müssen sie im Supermarkt bald wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Als Reaktion auf das Scheitern der Handelsgespräche mit den USA hat der kanadische Premierminister Mark Carney versprochen, die US-Zölle "Dollar für Dollar" zu erwidern. Eine Liste seiner Regierung mit fast 900 US-amerikanischen Waren zeigt, welche Produkte ab dem 8. September mit Zöllen in Höhe von 25 bis 50 Prozent belegt werden sollen. Laut einem Bericht des "Guardian" sind Papierprodukte besonders stark betroffen, weshalb US-Verbraucher für Toilettenpapier und Kosmetiktücher bald deutlich mehr zahlen könnten.

Obwohl US-amerikanisches Toilettenpapier und Taschentücher oft im Inland produziert werden, sind die USA bei der Herstellung stark auf kanadisches Holz angewiesen. Weltbank-Daten zufolge importierten die USA zudem 2024 Toilettenpapier im Wert von 328 Millionen US-Dollar aus Kanada. Damit ist Kanada der mit Abstand größte Exporteur dieses Produkts in die USA. Auch große US‑Einzelhändler wie Costco beziehen einen Großteil ihrer Papierprodukte aus dem Nachbarland.

Dem "Guardian"-Bericht zufolge entfallen mehr als 20 Prozent des weltweiten Toilettenpapier-Verbrauchs auf die USA. Mit durchschnittlich 141 Rollen pro Kopf und Jahr belegen die US-Amerikaner weltweit Platz eins - dicht gefolgt von Deutschland mit 134 Rollen pro Kopf.

Nach dem abrupten Abbruch der Verhandlungen befinden sich Washington und Ottawa in einer Spirale von Vergeltungszöllen. Die Vereinigten Staaten verhängten am Wochenende Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Kanada verhängte daraufhin Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf Importe aus dem Nachbarland in etwa gleicher Höhe. Aus dem Umfeld der Verhandler heißt es, dass sich beide Staaten auf einen monatelangen Konflikt einstellen.

Premierminister Carney betonte Anfang der Woche vor Journalisten, Kanada werde erst dann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn die US-Vertreter mit der "richtigen Einstellung" aufträten und Respekt für die Souveränität des Landes zeigten. Unterdessen kündigte Kanada neue Hilfen von mehr als 5 Milliarden Dollar für betroffene Unternehmen und Beschäftigte an - zusätzlich zu bereits bereitgestellten knapp 20 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, jki

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