Wirtschaft

Vorstoß von Eventim-Chef Dürfen künftig nur Geimpfte aufs Konzert?

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Konzert im Hamburger Stadtpark, als es noch ging.

(Foto: picture alliance / xim.gs)

Könnten Corona-Geimpfte früher auf Großveranstaltungen gehen als Nichtgeimpfte? Diese Debatte befeuert nun zusätzlich der große Tickethändler CTS Eventim. Das Unternehmen hat bereits Systeme geschaffen, die Impfausweise lesen können.

Der Ticketverkäufer CTS Eventim fordert die Möglichkeit ein, die Teilnahme an Konzerten und Veranstaltungen an eine Impfung gegen das Coronavirus zu binden. "Wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann, dann sollten privatwirtschaftliche Veranstalter auch die Möglichkeit haben, eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche". CTS Eventim habe bereits entsprechende technische Voraussetzungen geschaffen. "Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können."

Nach den Plänen der Bundesregierung soll bis zum Ende des Sommers jeder Deutsche die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. In Schleswig-Holstein organisiert CTS Eventim selbst die Vergabe von Impfterminen. Mit anderen Bundesländern sei man in Gesprächen über eine mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Schulenberg.

Bundesregierung skeptisch, FDP drängt

Die Bundesregierung will keine Debatte über die Rückgabe von Grundfreiheiten führen, solange nicht jeder Bürger die Möglichkeit zur Impfung hat. "Im Augenblick ist es noch so, dass, selbst wenn jemand geimpft ist, nicht klar ist, ob nicht eine Ansteckung anderer Personen trotzdem erfolgen kann", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in der ARD. Solange das nicht geklärt sei, könne es keine Lockerungen allein für Geimpfte geben.

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Auf die Nachfrage, ob die Menschen das mitmachten, sagte Merkel: "Ich glaube, wenn wir später sehr vielen Menschen ein Angebot gemacht haben können zum Impfen und dann sagen manche Menschen, wir haben keine Impfpflicht, jetzt möchte ich nicht geimpft werden, dann muss man vielleicht schon solche Unterschiede machen und sagen, okay, wer das nicht möchte, der kann vielleicht auch bestimmte Dinge nicht machen."

Auch anderweitig werden Stimmen laut, die Lockerungen für Geimpfte fordern. "Ein Kinobetreiber oder Restaurantbesitzer könnte natürlich sagen, wer einen Nachweis über eine Impfung oder Antikörper hat, den lass ich rein", sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Stephan Thomae im Gespräch mit ntv.de, mit Blick darauf, dass Geimpfte einander ohnehin nicht anstecken könnten. "Das darf man nicht verbieten, weder den Anbietern noch den Kunden. Es wäre merkwürdig, sie trotz solcher Nachweise an der Ausübung ihrer Rechte zu hindern."

Quelle: ntv.de, shu/DJ