Wirtschaft

Bald wieder Wachstum? EU-Kommissar sieht Athen auf rechtem Weg

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EU-Währungskommissar Pierre Moscovici glaubt, dass es schon im zweiten Halbjahr wieder ein positives Wachstum gibt.

(Foto: dpa)

Hoffnung für das von der Schuldenkrise geplagte Griechenland: Bereits in diesem Jahr könnte die Wirtschaft wieder zulegen, sagt EU-Währungskommissar Moscovici vor dem EU-Parlament. Neue Hilfsmilliarden könnten schon bald vereinbart werden.

Griechenland ist nach Ansicht von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici nach sechs Jahren Finanzkrise wieder auf dem Weg zu wirtschaftlichem Wachstum. "Ich bin wirklich überzeugt, dass nach sehr viel gemeinsamer Arbeit jetzt der rechte Weg vorgezeichnet ist", sagte Moscovici vor dem Europaparlament in Straßburg. Er glaube, dass es schon im zweiten Halbjahr wieder ein positives Wachstum gebe. Griechenland hatte am Wochenende eine wichtige Renten- und Einkommensteuerreform beschlossen. Moscovici sagte, beim nächsten Treffen der Euro-Finanzminister am 24. Mai sei eine Entscheidung über neue Hilfsgelder möglich.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht gute Aussichten für eine baldige Einigung im Reformstreit mit Griechenland. Die Beratungen zwischen den Euro-Finanzministern machten ihn zuversichtlich, dass es in zwei Wochen zu einer Verständigung kommen werde, sagte Schäuble nach Angaben von Teilnehmern vor der CDU/CSU-Fraktion. Die Euro-Finanzminister hatten bei einer Sondersitzung am Montag verabredet, den Streit über Griechenlands Schulden und Reformen nach Möglichkeit noch in diesem Monat beizulegen und den Weg für die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen freizumachen.

"Guter Augenblick für Europa und für die griechische Bevölkerung"

Der Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Gianni Pittella, warnte den Internationalen Währungsfonds (IWF) davor, mit Forderungen nach Sparmaßnahmen auf Vorrat die Finanzhilfen zu "sabotieren". "Das Problem heute ist nicht Athen, das Problem heißt IWF", sagte er. Dies seien "die ganz Extremen, die im Namen einer Rachevision Griechenland bestrafen wollen". Falls der IWF keine Einigung wolle, "dann wird die Union die Kraft haben, alleine weiter zu machen". Mehrere EU-Staaten, auch Deutschland, bestehen jedoch auf der Beteiligung des IWF.

Manfred Weber (CSU), Vorsitzender der christdemokratischen Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), machte den linken griechischen Regierungschef Alexis Tsipras dafür verantwortlich, dass das Land nach einem Wachstum von 0,7 Prozent im Jahr 2014 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 Prozent im vergangenen Jahr habe verkraften müssen. "Die Politik Tsipras' hat Griechenland geschadet. Das letzte Jahr war ein verlorenes Jahr für Griechenland."

"Das ist ein guter Augenblick für Europa und für die griechische Bevölkerung", sagte der zur Regierungspartei Syriza gehörende EU-Abgeordnete Dimitrios Papdimoulis. Die Lage habe sich verbessert, doch müsse das griechische Volk eine Chance haben, der Krise zu entkommen. Europa müsse "einer Schuldenerleichterung in wesentlichem Umfang" zustimmen.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa