Diesel-Affäre erreicht BrüsselEU-Parlament rollt Abgas-Skandal auf

Die Aufarbeitung kann beginnen: Haben die EU-Kommission und die EU-Staaten bei den Emissionswerten von Dieselfahrzeugen zu lange weggeschaut? In Brüssel tritt ein gewichtiges Gremium zusammen.
Der Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments zur Abgas-Affäre hat seine reguläre Arbeit aufgenommen. Die Mitglieder kamen am Nachmittag in Brüssel zusammen. Das 90-köpfige Gremium wurde als Reaktion auf den Skandal um manipulierte Dieselmotoren bei VW ins Leben gerufen.
Der Ausschuss soll unter anderem mögliche Versäumnisse der EU-Kommission und der EU-Staaten untersuchen. Kritiker werfen der Brüsseler Behörde vor, zu lange mit Vorschlägen für realistische Prüfmethoden für Auto-Abgaswerte gewartet zu haben.
Langes Nachspiel
Mit Blick auf die EU-Staaten sollen die Abgeordneten im Untersuchungsausschuss klären, ob die jeweils zuständigen Ministerien es versäumt haben, abschreckende Sanktionen gegen Autobauer festzulegen, die Abgasvorschriften verletzen.
Der Untersuchungsausschuss hatte sich Anfang März gebildet. Er besitzt ein Ein-Jahres-Mandat. Ein Zwischenbericht soll binnen sechs Monaten vorliegen, der Abschlussbericht mit endgültigen Ergebnissen spätestens Anfang 2017.