Wirtschaft
Der Boden eines Tesla mit den Batterien. Auch der Elektropionier hat so seine Probleme mit der Massenfertigung der Akkus.
Der Boden eines Tesla mit den Batterien. Auch der Elektropionier hat so seine Probleme mit der Massenfertigung der Akkus.(Foto: imago/ZUMA Press)
Montag, 12. Februar 2018

Batterie-Gipfel in Brüssel: EU fordert Giga-Fabriken von Autobauern

Fertigung der Batterien macht einen Großteil der Wertschöpfung beim Bau von E-Autos aus. Die Branche könnte so groß werden wie die gesamte Wirtschaft Dänemarks. Die EU-Kommission ist besorgt, dass die Autoindustrie diese Chance verpasst.

Autobauer und Zulieferer müssen nach Schätzungen der EU-Kommission in Europa einige große Fabriken für Elektroauto-Batterien hochziehen. "Wir brauchen mehr als zehn Gigafactories in Europa", sagte EU-Energiekommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit Vertretern der Industrie und einiger Mitgliedsländer.

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Man müsse bis Mitte des nächsten Jahrzehnts 100 Gigawattstunden Produktionskapazität bereitstellen, so Sefcovic, weil ab dann die Nachfrage von Elektroautos anziehen werde. Der Markt für die Energiespeicher dürfte 250 Milliarden Euro groß werden - was etwa der Größe der Wirtschaft von Dänemark entspricht.

Zum "Batteriegipfel" in Brüssel hatte die EU-Kommission über 40 Firmenvertreter aus der Auto-, Chemie- und Technologiebranche eingeladen. Ziel des Treffens, das bereits zum zweiten Mal stattfand, ist, den Rückstand Europas zu den bei Batteriezellen für E-Autos führenden Herstellern wie Panasonic, LG oder Samsung aus Asien aufzuholen.

Zögerliche Konzerne

Davor müsse nach Aussagen von Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig bei einigen Branchenvertretern aber noch ein Umdenken stattfinden. Aus ihrer Sicht seien die derzeitigen Batterien Massenware, die man rund um die Welt am besten auf dem Markt kaufe. Die Einschätzung sei aber naiv, wenn Batterien wirklich zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal zwischen den Marken werden. "Dann könnten auch führende Hersteller wie Mercedes nicht sicher sein, dass sie stets Zugriff auf die neueste Technologie haben." Zudem sei es wichtig, dass Europa bei Festlegung der neuen Standards mit am Tisch sitzt.

Deutsche Branchengiganten sind in der Frage zurückhaltend. Volkswagen prüft, ob eine eigene Entwicklung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos wirtschaftlich wäre. Dazu baut der Konzern derzeit in Salzgitter eine Pilotanlage auf.

Und der weltgrößte Autozulieferer Bosch unterstrich Ende Januar die Risiken. Um bis 2030 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen, müsse man 20 Milliarden Euro für Fertigungskapazitäten in die Hand nehmen, hatte Bosch-Chef Volkmar Denner gesagt. Doch Prognosen zu Technik und Markt seien mit hoher Unsicherheit behaftet. Auch hätten die etablierten fünf Anbieter aus Asien, die sich heute den Markt aufteilten, bereits "starke Wettbewerbsvorteile".

Quelle: n-tv.de