Wirtschaft
Schlägt nun doch noch die Stunde von "Boxer", "Wisent" und "Shanty"? Auf Levis-Jeans will die EU nun Strafabgaben erheben.
Schlägt nun doch noch die Stunde von "Boxer", "Wisent" und "Shanty"? Auf Levis-Jeans will die EU nun Strafabgaben erheben.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 02. März 2018

"Wir dürfen nicht naiv sein": EU kündigt ebenfalls Strafzölle an

Motorradfans, Whiskeyfreunde und Jeans-Liebhaber werden die Antwort der EU auf die mögliche US-Zölle zu spüren bekommen. Denn diese Waren sollen im Gegenzug mit einer Abgabe belegt werden.

Die Europäische Union wird mit Gegenmaßnahmen auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl und Aluminium reagieren. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, dass Abgaben auf Harley-Davidson-Motorräder, Bourbon und Levis-Jeans geplant seien. "Wir können nicht einfach zur Seite blicken, wir dürfen nicht naiv sein." Die von der EU ergriffenen Vergeltungsmaßnahmen würden mit den Regeln der Welthandelsorganisation in Einklang stehen.

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Laut einem EU-Vertreter würden die Gegenmaßnahmen der EU Abgaben auf amerikanische Produkte von bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar bedeuten. Motorrad-Hersteller Harley-Davidson hat seinen Sitz in Wisconsin und damit in dem Bundesstaat, aus dem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, stammt. Bourbon-Whiskey wird vor allem in Tennessee sowie in Kentucky produziert - der Heimat des Trump-Unterstützers Mitch McConnell, Mehrheitsführer im Senat.

Auf die Frage, ob die von Trump angekündigten Zölle und die nun von der EU geplanten Gegenmaßnahmen in einem Handelskrieg münden würden, sagte Juncker: "Ich nehme das Wort Handelskrieg nicht gerne in the Mund, aber ich kann nicht erkennen, inwiefern das nicht Teile von kriegsähnlichem Verhalten sind." Vorrangiges Ziel für ihn sei die Verteidigung europäischer Arbeitsplätze. "Wir müssen Maßnahmen ergreifen", so Juncker.

Kritik kam auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Diese Zölle würden "wahrscheinlich Schaden nicht nur außerhalb der USA, sondern auch der US-Wirtschaft selbst" zufügen, erklärte IWF-Sprecher Gerry Rice. Der IWF sei besorgt, dass nun auch andere Länder ebenso wie die USA Gründe der nationalen Sicherheit anführen könnten, um weitreichende Handelsbeschränkungen zu verhängen.

Quelle: n-tv.de