Wirtschaft

Wettbewerbshüter einverstanden EU stimmt wohl Alstoms Bombardier-Deal zu

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Ein Fahrzeug der Baureihe 422 von Bombardier im Werk Hennigsdorf

(Foto: REUTERS)

Die mit zahlreichen Standorten auch in Deutschland tätige Bahn-Sparte von Bombardier könnte tatsächlich vom Mitbewerber Alstom geschluckt werden. Insidern zufolge geben die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht, stellen aber Bedingungen.

Die EU-Kommission stellt sich Insidern zufolge nicht gegen die Übernahme der Bahn-Sparte von Bombardier durch den französischen Rivalen Alstom. Die Wettbewerbshüter aus Brüssel seien bereit, die bis zu 6,2 Milliarden Euro schwere Fusion unter Auflagen zu genehmigen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Die Franzosen hätten die angebotenen Zugeständnisse noch an einigen Stellen angepasst, um die Bedenken der EU auszuräumen.

Die EU-Kommission will bis Freitag zu dem Fall Stellung nehmen. Dabei geht es darum, die Fusion entweder durchzuwinken oder in eine vertiefte Prüfung einzusteigen. Der ICE-Hersteller Siemens war im vergangenen Jahr am Widerstand der EU-Wettbewerbshüter mit dem Vorhaben gescheitert, den TGV-Produzenten Alstom zu übernehmen. Die beiden Unternehmen wären nach den Befürchtungen der Beamten vor allem in der Signaltechnik zu stark geworden.

Rotstift in Brandenburg und im Elsass

Die europäischen Zughersteller fürchten wachsende Konkurrenz des chinesischen Branchenriesen CRRC, der massiv auf den Weltmarkt drängt. Alstom und die in Berlin ansässige Bahn-Sparte des angeschlagenen kanadischen Bombardier-Konzerns wären zusammen die Nummer zwei auf dem Weltmarkt. Alstom und Bombardier hatten angeboten, die Produktion von "Talent 3"-Nahverkehrszügen in Hennigsdorf bei Berlin abzugeben. Davon wären 200 Mitarbeiter betroffen.

In Frankreich will Alstom sein Werk mit rund 800 Mitarbeitern im elsässischen Reichshoffen nahe der deutschen Grenze abgeben, zusammen mit der Plattform der dort gebauten "Coradia Polyvalent"-Regionalzüge, die vor allem auf dem französischen Markt verkauft werden. In der Signaltechnik will Bombardier der Konkurrenz Zugang zu seinen Zugsteuerungssystemen gewähren. Darauf hatte in dem Prüfverfahren vor allem Siemens gepocht. Weitere Verkäufe verlange die EU nicht, sagten die Insider am Montag. Die EU und Alstom wollten sich nicht zu den Informationen äußern.

Quelle: ntv.de, shu/rts