Wirtschaft

"Verschiebung des Problems" EU warnt vor Export schmutziger Diesel

f1e393d25872b5997f6d1260aaf5d0f1.jpg

Rund 30.000 schmutzige Diesel wurde allein im vergangenen Jahr für billiges Geld über die Grenze nach Bulgarien verkauft.

(Foto: AP)

Immer mehr ausrangierte Dieselfahrzeuge landen laut EU-Kommission in Osteuropa. Das Problem der Luftverschmutzung wird dadurch nicht gelöst. Die Behörde fordert klare Regeln für den Weiterverkauf der Autos.

Die EU-Kommission hat die deutschen Autohersteller davor gewarnt, von Fahrern in Deutschland umgetauschte Dieselfahrzeuge nach Osteuropa zu verkaufen. "Ein Export ist lediglich eine Verschiebung der Luftqualitätsprobleme von West nach Ost", sagte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska dem "Tagesspiegel". Immer mehr ältere, umweltschädliche Dieselwagen würden über die Grenze nach Osteuropa gebracht und dort billig verkauft.

"Der Plan der deutschen Regierung, Fahrverbote zu umgehen, könnte das Problem noch intensivieren", warnte die polnische EU-Kommissarin. Das von der großen Koalition beschlossene Diesel-Paket sieht unter anderem Umtauschaktionen der Autohersteller hervor.

Es sei zwar verständlich, dass deutsche Verbraucher nun eine Umtauschprämie in Anspruch nähmen, sagte Bienkowska. "Klar muss allerdings sein, was mit den abgehalfterten, schlecht eingestellten Wagen dann passiert." Sie dürften nicht auf anderen Wegen zurück auf die Straßen gelangen. "Es wäre nur rechtens, wenn alte nicht-konforme Autos nur dann exportiert werden dürfen, wenn sie nachgerüstet worden sind."

Der Zeitung zufolge wurden im vergangenen Jahr allein nach Bulgarien über 100.000 Gebrauchtwagen exportiert, davon fast ein Drittel schmutzige Diesel.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP

Mehr zum Thema