Wirtschaft

Reaktion auf InflationsanstiegEZB erhöht Leitzins erstmals seit fast drei Jahren

11.06.2026, 14:16 Uhr
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Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte immer wieder betont, die Notenbank sei bereit zu handeln, falls nötig. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Durch den Iran-Krieg zieht die Inflation in der Eurozone deutlich an - und setzt die EZB unter Druck. Diese erhöht nun erstmals seit drei Jahren wieder die Zinsen.

Die Europäische Zentralbank hat wegen der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Inflation erstmals seit fast drei Jahren wieder die Zinsen erhöht. Der EZB-Rat hob den auch für Sparer wichtigen Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent an. Über ihn steuert die Notenbank maßgeblich ihre Geldpolitik.

Zuletzt hatten die Währungshüter im September 2023 die Zinsen heraufgesetzt. Befeuert von hohen Energiekosten war die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt mit 3,2 Prozent deutlich über das EZB-Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen. Befragte Ökonomen rechnen für September mit einer weiteren Zinsanhebung.

"Da die Inflation im Euroraum drei Prozent überschritten hat und wenig Aussicht auf Entspannung im Iran-Konflikt besteht, ist eine Zinserhöhung jetzt der richtige Schritt. Die EZB folgt damit nur dem, was die Märkte schon eingepreist haben", sagte der Chef des Ifo-Instituts Clemens Fuest.

Der Iran-Krieg trieb die Inflation bisher vor allem über den Ölpreis hoch und verteuerte Energie rasant, aber auch die Preise für Dienstleistungen zogen an. Ökonomen fürchten, dass die Preise auf breiter Front steigen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben. Zum Vergleich: Noch im Februar lag die Teuerung im Euroraum bei 1,9 Prozent. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte immer wieder betont, die Notenbank sei bereit zu handeln, falls nötig. 

Höhere Leitzinsen der EZB würden Kredite für Verbraucher und Firmen verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Zugleich wären höhere Zinsen eine Bürde für die schwache Wirtschaft im Euroraum, die unter den Folgen des Iran-Krieges leidet und im ersten Quartal überraschend schrumpfte.

Die Sparzinsen sind zuletzt bereits geklettert, weil die EZB-Zinserhöhung erwartet wurde. Laut Vergleichsportal Verivox bringt bundesweit verfügbares Festgeld mit zwei Jahren Laufzeit derzeit im Schnitt gut 2,3 Prozent, für Tagesgeld gibt es 1,3 Prozent. Neukunden locken einige Banken zeitweise mit bis zu 4 Prozent aufs Tagesgeld.

Quelle: ntv.de, lme/rts/dpa

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