Wirtschaft

Nach Invasion in der Ukraine EZB rät Banken zu Vorsicht bei russischen Kunden

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Nach der russischen Invasion der Ukraine hatte die EU Banken untersagt, Einlagen über 100.000 Euro von russischen Staatsbürgern oder juristischen Personen zu akzeptieren.

(Foto: picture alliance / greatif)

Damit westliche Sanktionen nicht umgangen werden, rät die Europäische Zentralbank Geldhäusern im Euroraum offenbar, die Transaktionen von russischen und belarussischen Kunden mit besonderer Vorsicht zu prüfen. Davon betroffen sollen auch Personen sein, die nicht auf Sanktionslisten stehen.

Die EZB-Bankenaufseher raten Insidern zufolge einigen Geldhäusern im Euroraum, Transaktionen von russischen und belarussischen Kunden genau unter die Lupe zu nehmen. Diese Vorsichtsmaßnahme gelte auch für Personen, die nicht auf der Sanktionsliste stünden, und mit Blick auf russische und belarussische EU-Bewohner, erfuhr Reuters von mit der Sache vertrauten Personen. Sie solle dazu dienen, dass westliche Sanktionen nicht umgangen würden.

Nach der russischen Invasion der Ukraine hatte die EU Banken untersagt, Einlagen über 100.000 Euro von russischen Staatsbürgern oder juristischen Personen zu akzeptieren. Ausgenommen davon sind Russen, die eine vorübergehende oder dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in einem EU-Staat haben. Die Europäische Zentralbank betonte, sie habe keine Orientierungshilfe herausgegeben, die über die EU-Regeln hinausgingen. Doch müssten die Banken Vorkehrungen getroffen haben, um die Sanktionen einzuhalten.

Die USA, die Europäische Union und Großbritannien haben beispiellose Schritte unternommen, um Russlands Wirtschaft und Finanzsystem zu isolieren, einschließlich Sanktionen gegen die Zentralbank und den Ausschluss einiger Kreditgeber aus dem Zahlungssystem Swift.

Die Geldhäuser der Euro-Zone können aus Sicht von EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria die Folgen des Ukraine-Kriegs für ihr Russland-Geschäft insgesamt verkraften. "Das direkte Engagement scheint insgesamt managebar zu sein", sagte Enria auf einer Online-Finanzkonferenz der US-Bank Morgan Stanley. Selbst in einem Extremszenario, in welchen die Institute ihre russischen Töchter aufgeben, seien die Belastungen bewältigbar. Dies hänge auch damit zusammen, dass die meisten russischen Töchter in lokalen Währungen finanziert seien. Zudem wiesen die europäischen Institute solide Kapitalpositionen auf.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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