Wirtschaft

Auf Rekordtief ins neue Jahr EZB rührt den Leitzins nicht an

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EZB-Chef Draghi trotzt der Kritik aus Deutschland: Der Zins bleibt unangetastet.

(Foto: AP)

Die Entscheidung ist gefallen: Die Europäische Zentralbank belässt den für alle Kreditgeschäfte im Euroraum maßgeblichen Leitzins bei null Prozent. Bis zum ersten Zinsschritt könnte es noch etwas dauern. Denn zunächst will die EZB das Anleihekaufprogramm beenden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihren Billiggeldkurs vorerst fort. Die Währungshüter beließen den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Das teilte die Notenbank in Frankfurt im Anschluss an die letzte Zinssitzung des EZB-Rates in diesem Jahr mit. Geschäftsbanken, die Geld bei der Notenbank parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

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Ökonomen hatten nach den jüngsten Beschlüssen auch nicht mit Änderungen der Geldpolitik gerechnet. Im Oktober hatten Europas Währungshüter ihre milliardenschweren Käufe von Staats- und Unternehmensanleihen um neun Monate bis mindestens Ende September 2018 verlängert. Das monatliche Volumen wird von Januar an aber auf 30 Milliarden Euro halbiert. Beobachter werteten dies als Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik.

Sparer müssen sich trotzdem weiter gedulden. Die EZB will den Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können, erst dann anheben, wenn die Anleihekäufe schon längere Zeit beendet sind. Volkswirte rechnen gegen Ende 2019 mit einem ersten Zinsschritt.

Mit der vor allem in Deutschland umstrittenen ultralockeren Geldpolitik versucht die Notenbank seit Jahren, Konjunktur und Inflation anzuschieben. Mittelfristig strebt die EZB eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke. Im November lag die Jahresteuerung im Euroraum bei 1,5 Prozent. In Deutschland waren es 1,8 Prozent.

Die Wirtschaft im Euroraum wächst mittlerweile robust. Die Preisentwicklung bedarf aus Sicht der EZB aber weiter Unterstützung. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das würde die Konjunktur abwürgen. Während Sparer und Banken unter der Zinsflaute leiden, profitieren Kreditnehmer von günstigen Konditionen - zum Beispiel beim Kauf von Häusern und Wohnungen.

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Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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