Wirtschaft

Falsche Angaben gemachtEZB verhängt Rekordstrafe gegen JP Morgan

20.02.2026, 12:27 Uhr
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JP Morgan habe den Aufsehern mit falschen Zahlen den Überblick über ihr Risikoprofil verwehrt, kritisiert die EZB. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Erst im Herbst verhängt die deutsche Finanzaufsicht Bafin eine Rekordstrafe gegen JP Morgan. Die US-Großbank wird damit für Mängel in der Geldwäscheprävention sanktioniert. Nun bekommen die Amerikaner erneut Ärger mit den Aufsehern.

Die Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank verhängt zwei Geldstrafen von insgesamt rund 12,2 Millionen Euro gegen die US-Bank JP Morgan. Grund seien falsche Angaben zu Kapitalanforderungen, teilte die EZB mit. Es handelt sich um die höchste jemals von der EZB verhängte Strafe.

Die Bank habe zwischen 2019 und 2024 niedrigere sogenannte risikogewichtete Aktiva gemeldet, als sie hätte an die Bankenaufseher übermitteln müssen. JP Morgan habe mit den falsch berechneten Zahlen verhindert, dass die Aufseher einen umfassenden Überblick über ihr Risikoprofil erhielten, kritisierte die EZB, die die größten Banken im Euroraum überwacht.

Risikogewichtete Aktiva sind ein Maß für die Risiken, die eine Bank in ihren Büchern hat. Sie dienen Banken als Grundlage für die Berechnung ihrer Kapitalanforderungen. Wegen der zu niedrig angegebenen risikogewichteten Aktiva habe die Bank höhere Kapitalquoten als angebracht gemeldet, erklärte die EZB. Die Quoten sind Schlüsselindikatoren für die Kapitalstärke von Banken und ihre Widerstandskraft, ihre Fähigkeit Verluste abzufedern.

Die Bank habe die Verstöße aufgrund "offensichtlicher Mängel in ihren internen Prozessen mit grober Fahrlässigkeit begangen", bemängelte die EZB. Interne Kontrollen hätten die Verstöße nicht rechtzeitig aufgedeckt. Die US-Bank kann die Entscheidung vor dem Gerichtshof der Europäischen Union anfechten.

Ein Sprecher von JP Morgan erklärte, die Bank habe die Probleme "proaktiv identifiziert und selbst gemeldet". Sie seien nun vollständig behoben. Die Bank habe "durchweg starke Kapitalpuffer aufrechterhalten". Er versprach: "Unser solider, umsichtiger Ansatz in Bezug auf die Kapitalausstattung bleibt unverändert".

Erst vergangenes Jahr hatte JP Morgan Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht Bafin. Im Herbst verhängte sie eine Rekordstrafe in Höhe von rund 45 Millionen Euro wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention gegen die Amerikaner.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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