Wirtschaft

Billig-Airline legt Zahlen vor Easyjet knöpft Ryanair den Vorstand ab

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Peter Bellew orientiert sich neu.

(Foto: REUTERS)

Dass er Ryanair verlässt, stand schon einige Tage fest. Doch sein neuer Arbeitgeber dürfte wohl viele überrascht haben: COO Bellew wechselt zum Billigkonkurrenten Easyjet. Die britische Fluglinie besticht aktuell mit verbesserten Geschäftszahlen.

Die britische Billigflugline Easyjet wirbt ihren neuen Vorstand für den Geschäftsbetrieb beim direkten Rivalen Ryanair ab. Peter Bellew werde neuer Chief Operating Officer (COO), teilte Easyjet bei der Vorlage der Quartalszahlen mit. In der vergangenen Woche hatte Ryanair in einem internen Dokument angekündigt, der bei dem irischen Billigflieger ebenfalls als COO tätige Bellew werde das Unternehmen zum Jahresende verlassen.

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Easyjet sieht sich dank eines starken Ostergeschäfts und des Tritts auf die Kostenbremse auf dem Weg der Besserung. Zudem konnte der Konzern nach einem Anstieg bei den Spätbuchungen für die Sommersaison seine Ticketpreise anheben. Für das Gesamtjahr gab der Konzern nun erstmals eine konkrete Prognose ab.

Demnach will der Konzern im laufenden Jahr einen Vorsteuergewinn zwischen 400 und 440 Millionen britischen Pfund (442 bis 487 Mio Euro) erzielen. Dies wäre zwar ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahreswert von 578 Millionen Pfund, doch liegt die Prognose im Rahmen der Markterwartungen.

Bellew ist krisenerprobt

Teurer Treibstoff und gesunkene Ticketpreise hatten Easyjet im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen getrieben. Im dritten Geschäftsquartal beförderte der Billigflieger nun 26,4 Millionen Fluggäste, das waren acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz kletterte um elf Prozent auf 1,76 Milliarden Pfund. Dabei nahm der Konzern trotz geringerer Auslastung der vergrößerten Flotte je Fluggast 1,3 Prozent mehr ein. Zu Buche schlugen dabei unter anderem kostenpflichtige Zusatzdienste wie Sitzplatzreservierungen und Gebühren für Zusatzgepäck.

Der künftige COO Bellew war Ende 2017 von Malaysian Airlines zu Ryanair gekommen, nachdem der irische Billigflieger wegen Pilotenmangels rund 20.000 Flüge hatte streichen müssen. Konzernchef Michael O'Leary bescheinigte ihm zum Abschied in einem Brief an die Mitarbeiter, er habe großartige Arbeit geleistet, um die Betriebsabläufe zu verbessern und die Pünktlichkeit zu steigern. Schon zu Malaysian war Bellew 2015 mitten in einer schweren Krise gekommen: Im Jahr zuvor war eine Passagiermaschine der Airline über der Ostukraine abgeschossen worden und eine andere zwischen Kuala Lumpur und Peking spurlos vom Radarschirm verschwunden.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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