Wirtschaft

Offensive gegen Biocompany & Co. Edeka eröffnet eigene Bio-Märkte

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Edeka-Nachwuchs Naturkind soll mit einem breiten Angebot von Bio-Waren neue Kunden anlocken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um weiter zu wachsen, sucht Deutschlands unangefochtener Marktführer im Lebensmittelhandel neue Geschäftsfelder. Mit der Marke Naturkind will Edeka Biocompany und anderen Öko-Spezialisten Konkurrenz machen. Auch DM und Rossmann müssen mit neuem Wettbewerb rechnen.

Deutschlands umsatzstärkster Lebensmittelhändler Edeka geht in den direkten Wettbewerb mit Bio-Märkten. Ab Spätsommer soll eine erste Filiale namens Naturkind umweltbewusste Kunden anlocken. Das Segment der Bio-Fachmärkte ist bisher von spezialisierten Anbietern wie Denns Biomarkt, Alnatura oder Biocompany geprägt.

Edekas erster Bio-Laden in Hamburg soll von einem selbstständigen Kaufmann geführt werden, sagte Vorstandschef Markus Mosa bei der Vorstellung des neuen Konzepts. Eine weitere Expansion ist geplant: "Dies ist der richtige Weg, weil Kunden bestimmte Sortimente in Fachmärkten suchen", sagte Mosa. Zunächst sollen es jedoch erst zwei bis drei neue "Naturkind"-Läden sein: "Am Start sind wir langsam, aber wenn wir ins Rollen kommen, schwer aufzuhalten", erklärte Mosa weiter.

Ohne Risiko ist die Eröffnung einer Bio-Alternative zum herkömmlichen Lebensmittelsortiment nicht. Das Marktsegment gilt als hart umkämpft. Edekas Rivale Rewe scheiterte in den letzten Jahren mit der Eröffnung einer Bio-Supermarktkette namens "Temma".

Edeka tritt auch gegen Drogerieketten an

Um seine Position auf dem deutschen Markt weiter auszubauen, will der Lebensmittelkonzern auch den Drogeriemarkt erobern. Gemeinsam mit der Hamburger Kette Budnikowsky nimmt es Edeka mit Drogerieketten wie DM oder Rossmann auf. Noch in diesem Jahr plant das Unternehmen 15 neue Märkte in Süddeutschland und eventuell noch einen in Berlin.

Laut mittelfristiger Planung sollen 50 neue Budnikowsky-Drogeriemärkte pro Jahr eröffnet werden, wobei sich Edeka zunächst vom Erfolg des eigenen Konzepts noch überzeugen will. "Wir sind zufrieden mit der bisherigen Entwicklung", beteuerte Mosa.

Da Edeka im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Rewe, Aldi oder Lidl nicht auf dem internationalen Markt aktiv ist, ist es für Beobachter nicht überraschend, das der Konzern versucht, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Nur so kann Edeka seine Stellung auf dem Markt weiter ausbauen. Bei der zum Verkauf stehenden SB-Warenhauskette Real ist Edeka Mossa zufolge nicht an einer Komplettübernahme interessiert. Edeka versuche aber, "sich den einen oder anderen Standort zu sichern".

Im vergangenen Jahr konnte Edeka seinen Umsatz um 3,2 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro steigern. Grund für das überraschend hohe Wachstum waren vor allem die gestiegenen Umsätze der unter dem Dach von Edeka tätigen selbstständigen Unternehmer auf 27,6 Milliarden Euro. Das entspricht einer Wachstumsrate von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche lag das Plus bei 3,6 Prozent. Der Anteil Edekas im wachsenden Gesamtmarkt legte so um 0,4 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent zu. Auch Edekas Discount-Tochter Netto behauptete sich in dem hart umkämpften Markt mit 7,9 Prozent Anteil (plus 0,1).

Quelle: n-tv.de, imi/dpa

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