Wirtschaft

Es spricht viel für Gold Edelmetall gehört in jedes Depot

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(Foto: REUTERS)

Beim letzten Flashcrash brachen Dax, Dow & Co. um mehr als zehn Prozent ein. Gold gab dagegen nur um zwei Prozent nach. Für das Edelmetall könnten wieder glänzende Zeiten anbrechen.

Während die Aktienmärkte zwischenzeitlich auf neue Rekordstände stiegen, dümpelte Gold vor sich hin. Aktuell kostet eine Feinunze des Edelmetalls rund 1345 US-Dollar, damit ist der Kurs 30 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt. Es gibt jedoch gute Gründe dafür, dass sich diese Entwicklung umkehren könnte und Gold in der Gunst der Anleger wieder steigt.

Comeback der Inflation: Gold gilt als klassischer Inflationsschutz. Diese Eigenschaft dürfte wieder stärker nachgefragt werden. Denn die Preise steigen. In den USA herrscht bereits Vollbeschäftigung. Die angespannte Lage am Arbeitsmarkt könnte Präsident Donald Trump mit seiner Steuerreform zusätzlich anheizen. Damit sind die Voraussetzungen für eine Lohn-Preis-Spirale gegeben. Ähnlich sieht es in Deutschland aus. Auch hier sind so viele Menschen in Lohn und Brot wie seit Jahren nicht mehr, bei Fachkräften herrscht bereits Mangel. Die jüngsten Lohnabschlüsse spiegeln das wider.

In einer solchen Situation versuchen Firmen, die steigenden Löhne auf ihre Preise umzuwälzen. Dazu kommt, dass eine gute Beschäftigungslage für eine starke Nachfrage beim Konsum sorgt. Das Ergebnis sind steigende Preise. Gleichzeitig treibt der höhere Ölpreis die Inflation an. Ein Fass der Sorte Brent kostet schon wieder fast 70 Dollar und damit knapp 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Verkehr und damit Öl ist im Warenkorb, der der Inflationsmessung zugrundeliegt, mit 13 Prozent hoch gewichtet.

Tatsächlich ist die Inflationsrate in den USA zuletzt schon auf 2,1 Prozent gestiegen und liegt damit über dem von der amerikanischen Notenbank Fed angepeilten Zwei-Prozent-Ziel. In Euroland lag die Teuerungsrate zumindest schon bei 1,3 Prozent.

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Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Überhitzte Anlagepreise: Trotz der jüngsten Korrekturen haben sich Aktien in den vergangenen Jahren stark verteuert. Angefeuert von den künstlich gedrückten Zinsen notiert der Dow Jones 14 Prozent höher als vor einem Jahr. Auf Sicht von drei Jahren beläuft sich das Plus auf 30 Prozent. Auch Immobilien haben stark zugelegt. Die Bundesbank erklärt in ihrem Finanzstabilitätsbericht, dass die Wohnungspreise in deutschen Metropolen um 15 bis 30 Prozent überhöht seien und auch schon in der Fläche Übertreibungen ankämen.

Wenn die Zinsen einmal wieder steigen, was bei höherer Inflation fast unausweichlich ist, dürften die Schwankungen bei den Aktien- und Immobilienpreisen weiter zunehmen. Die Flucht von Anlegern in das vermeintlich sichere Gold ist dann wahrscheinlich.

Hohe Schuldenlast: Seit der weltweiten Finanzkrise sind die Schulden nicht etwa gesunken, sondern weiter gestiegen. Laut der Bankenlobby "Institute of International Finance" hat die Verschuldung von Staaten, Unternehmen, Banken und privaten Haushalten in den vergangenen zehn Jahren auf mittlerweile 232,9 Billionen Dollar zugenommen. Sollte die Fed die Leitzinsen weiter erhöhen und andere große Notenbanken ihr folgen, könnte das Schuldner schwer in Bredouille bringen. Wenn über Staaten oder großen Unternehmen wieder der Pleitegeier kreist, wird Gold als "safe haven" profitieren.

Gedämpfte Nachfrage: Die in den vergangenen Jahren schwache Performance von Gold spiegelt die geringe Nachfrage der Anleger wider. Während bei Aktien Dividenden und bei Immobilien Mieteinkünfte locken, sind bei Gold Gewinne nur durch Kurszuwächse möglich, die durch eine zunehmende Nachfrage ausgelöst werden.

Laut des jüngsten Berichts des World Gold Council ist die Goldnachfrage im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 4072 Tonnen gefallen. Das lag vor allem an einer schwachen Investmentnachfrage, also Indexfonds und ETCs (Exchange Traded Commodities). Sie ist um 23 Prozent eingebrochen. Gerade Indexfonds auf Gold gelten als Anlagevehikel von Profi-Investoren. Für sie waren im vergangenen Jahr Aktien die eindeutig attraktivere Alternative. Die meisten Marktteilnehmer legen diese Faktoren als Argument für fallende Goldpreise aus. Man kann es aber auch anders sehen: Das aktuell geringe Interesse zeigt womöglich, dass das Potenzial beim Edelmetall alles andere als ausgeschöpft ist.

Anleger, die noch nicht investiert sind, sollten erste Positionen aufbauen. Fast unbemerkt steigt der Preis des Edelmetalls schon wieder seit Ende 2016 - zumindest in Dollar. Das könnte erst der Anfang von erneut glänzenden Zeiten sein.

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Quelle: ntv.de