Wirtschaft

Nicht alle Branchen profitieren Einzelhandel erlebt Comeback

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Am 1. Juli wurde die Mehrwertsteuer befristet bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum vorläufigen negativen Höhepunkt der Corona-Pandemie müssen viele Geschäfte vorübergehend schließen. Inzwischen können Kunden wieder einkaufen gehen. Doch die vergangenen Monate haben Spuren hinterlassen: Zwar erholt sich der Einzelhandel insgesamt, aber nicht überall.

Im deutschen Einzelhandel geht es nach dem Corona-Einbruch aufwärts: Die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland setzten im August preisbereinigt 3,1 Prozent mehr um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt auf der Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hier nur mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es in den beiden Vormonaten jeweils einen Rückgang gegeben hatte. Im Vorjahresvergleich stieg der Umsatz preisbereinigt um 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im August um 5,8 Prozent höher.

Am 1. Juli wurde die Mehrwertsteuer befristet bis Jahresende von 19 auf 16 Prozent gesenkt, wovon sich die Regierung eine Belebung des Konsums erhofft. Viele Händler haben versprochen, die Senkung an die Kunden weiterzugeben. Von Januar bis August steigerten die Einzelhändler ihren Umsatz trotz der Corona-Krise um 4,2 Prozent.

Allerdings bleibt das Gefälle innerhalb der einzelnen Branchen enorm. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte den Angaben zufolge 2,6 Prozent mehr um als im August des Vorjahres. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten 2,9 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken, setzte 0,3 Prozent mehr um.

Handelsverband warnt vor Pleitewelle

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Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August laut Statistischem Bundesamt zum Vorjahresmonat um 4,5 Prozent. Das größte Umsatzplus (21,2 Prozent) erzielte demnach der Internet- und Versandhandel. Deutlich zugenommen habe auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau seien dagegen der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren - das Geschäft brach um 25,2 Prozent ein.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnte zuletzt vor einer Pleitewelle. Diese könnte vor allem dann kommen, wenn es eine zweite Welle von Corona-Infektionen mit einem erneuten Lockdown mit Geschäftsschließungen gebe. Das hatte bereits im März und im April zu heftigen Umsatzeinbrüchen geführt.

Quelle: ntv.de, fzö/rts/AFP/dpa

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