Wirtschaft

Wegen Unstimmigkeiten mit Diess? Einzige Vorständin fliegt bei Volkswagen raus

Volkswagen wird den auslaufenden Vertrag der einzigen Frau im Vorstand offenbar nicht verlängern. Medienberichten zufolge wird die Verantwortliche für das Ressort Integrität und Recht, Hiltrud Werner, den Konzern verlassen. Insider vermuten: Grund könnten Unstimmigkeiten mit dem Konzern-Chef sein.

Der Automobilhersteller Volkswagen verliert seine einzige Frau im Vorstand. Der 2022 auslaufende Vertrag der Rechtsvorständin Hiltrud Werner, die für die Aufarbeitung des Diesel-Skandals verantwortlich war, soll laut Informationen von "Business Insider" nicht verlängert werden. "Es ist richtig schade, dass Frau Werner von VW keinen neuen Vertrag bekommt", sagte eine Wolfsburger Führungskraft im Gespräch mit dem Portal. "Insbesondere Ihre Verdienste um die Begleitung des Monitorships können wir ihr gar nicht hoch genug anrechnen."

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Die 55-Jährige ist seit 2017 zuständig für das Ressort Integrität und Recht. Ihr aktueller Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Üblicherweise hätte dieser bereits etwa ein Jahr vor Ablauf verlängert werden müssen. In Großkonzernen wie VW ist es üblich, dass daraufhin die Fortsetzung der Zusammenarbeit kommuniziert wird.

Ein Grund für den Ausstieg von Werner könnte Insidern zufolge Unstimmigkeiten mit VW-Chef Herbert Diess sein. Vor allem auf das Drängen von Werner hin akzeptierte Diess im Frühjahr 2020 nur widerwillig die Einstellung von Ermittlungen gegen ihn gegen die Zahlung von 4,5 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte ihn ins Visier genommen, weil er seine Pflichten zur Information des Kapitalmarktes verletzt haben soll, als der Dieselskandal im September 2015 ans Licht kam. Diess wirft Werner laut "Business Insider" seitdem vor, dass trotz der Einstellung des Verfahrens sein guter Name in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Nachfolge von Werner ist noch unklar. Dem Wolfsburger Konzern dürfte aber daran gelegen sein, den Posten wieder mit einer Frau zu besetzen, um einen rein männlich besetzten Konzernvorstand zu vermeiden. Die Personalie wird sicherlich auch auf der heutigen Online-Hauptversammlung Thema werden. Ansonsten haben die Anteilseigner bereits eine Reihe von anderen kritischen Fragen eingereicht - etwa zur "Dieselgate"-Entschädigung von Ex-Konzernchef Martin Winterkorn und weiteren Managern, zum neuen Vergütungssystem für die Vorstände oder zur Klimastrategie des größten europäischen Autoherstellers. Ein Schwerpunkt des Interesses dürfte auf dem außergerichtlichen Deal über Schadenersatz im Abgasskandal mit ehemaligen Top-Entscheidern liegen.

Quelle: ntv.de, jki

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