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Geldwäsche-Skandal um Danske Ermittlungen bei Deutscher Bank

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Die Deutsche Bank ist im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank ins Visier der Ermittler geraten.

(Foto: REUTERS)

Im Zuge des Geldwäscheskandals um die Danske Bank wird bereits gegen etliche Geldhäuser ermittelt. Nun sichert die Staatsanwaltschaft Dokumente in der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. In dem Skandal geht es um Hunderte Milliarden Euro.

Die Deutsche Bank ist im Zusammenhang mit dem Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank ins Visier der Ermittler geraten. Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamts seien seit Dienstag in den Räumen der Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt, um Unterlagen zu sichern, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

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Die Ermittler gingen dem Verdacht der Beihilfe zur Geldwäsche nach. Konkret stehe der Vorwurf im Raum, dass Geldwäscheverdachtsmeldungen zu spät abgegeben worden seien. Es gebe zwar einen Durchsuchungsbeschluss, die Deutsche Bank kooperiere jedoch mit den Behörden. Ein Ende der Untersuchungen sei noch nicht absehbar.

Die Deutsche Bank erklärte, sie habe den Sachverhalt selbst umfassend aufgearbeitet und die angeforderten Unterlagen soweit möglich freiwillig herausgegeben. Sie werde weiter mit der Staatsanwaltschaft kooperieren. Laut Staatsanwaltschaft gibt es eine beschuldigte Person, die im relevanten Zeitraum - von 2014 bis 2018 - für die Deutsche Bank gearbeitet habe.

Die Bank selbst habe proaktiv 1,1 Millionen Transaktionen als verdächtig gemeldet, erklärte der Sprecher der Frankfurter Behörde. Bei einer zweistelligen Anzahl von Transaktionen im Gesamtvolumen von 12,5 Millionen Euro gebe es den Verdacht, dass die Deutsche Bank die Verdachtsmeldungen zu spät abgegeben habe oder die Zahlungen von vornherein hätte stoppen müssen.

Jahrelang Korrespondenzbank für Danske

Die Danske Bank steht im Mittelpunkt eines gigantischen Geldwäsche-Skandals. Über eine kleine estnische Filiale des dänischen Bankhauses und die Ukio-Bank in Litauen wurde offenbar russisches Schwarzgeld in Höhe von 200 Milliarden Euro gewaschen. Die Spur führt auch zur Swedbank und zur finnischen Nordea. Es geht um den vermutlich größten bekannten Geldwäscheskandal der Welt.

Dass die Deutsche Bank in den Skandal verwickelt ist, ist schon länger bekannt. Sie war jahrelang als Korrespondenzbank für das dänische Institut tätig und hat rund 150 Milliarden Euro der verdächtigen Zahlungen über ihre Systeme abgewickelt. Die Deutsche Bank steht auf dem Standpunkt, man habe als sogenannte Korrespondenzbank keine Kenntnis der Danske-Kunden und ihrer Machenschaften gehabt und auch nicht haben müssen. Korrespondenzbanken sind Geschäftspartner, mit denen Banken bei grenzüberschreitenden Transfers zusammenarbeiten. In mehreren Ländern, darunter in den USA, laufen Ermittlungen gegen die Danske Bank.

Die Danske Bank hatte nach einer internen Untersuchung im vergangenen Jahr eingeräumt, dass ihre Filiale in Estland zwischen 2007 und 2015 als Pipeline für russisches Schwarzgeld in die EU diente. Über Danske-Konten in Tallinn, die Tarnfirmen in Großbritannien oder in britischen Übersee-Gebieten gehörten, flossen rund 200 Milliarden Euro - fast zehnmal so viel Geld wie die gesamte Wirtschaftsleistung des kleinen baltischen Landes. Die Manager der Bank sahen darin offenbar kein Problem. Sie wurden erst 2014 aktiv, weil ein eigener Mitarbeiter Alarm geschlagen hatte.

Erst am Morgen war bekannt geworden, dass der frühere Chef der Danske Bank in Estland, Aivar Rehe, tot aufgefunden wurde. Die Polizei hatte Rehe seit Montag gesucht. Dieser leitete die Filiale der Danske Bank in Estland von 2007 bis 2015. Rehe sei dabei nicht als Verdächtiger geführt worden, sondern als Zeuge, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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