Wirtschaft

Versteigerung in Österreich Erste 5G-Auktion übertrifft Wiener Pläne

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In Österreich ging es in der ersten Runde um Frequenzen in Ballungsräumen.

(Foto: imago/viennaslide)

In Österreich ist die erste Runde der 5G-Versteigerung erfolgreich absolviert. Dabei ging es vornehmlich um Netze in Ballungsräumen. Die Einnahmen übertrafen die Erwartungen der Regierung.

Österreich hat die ersten Frequenzen für den neuen superschnellen Mobilfunkstandard 5G versteigert. In die Staatskasse flossen dadurch knapp 188 Millionen Euro, wie der Telekomregulator RTR mitteilte. Die Alpenrepublik zählt damit zu den ersten Ländern in Europa, wo der Startschuss für 5G gefallen ist.

Allerdings sichert die erste Runde, bei der Nutzungsrechte im Band 3,4 bis 3,8 Gigahertz (GHz) versteigert wurden, vorerst nur eine Versorgung der Landeshauptstädte. Das nun versteigerte Band lasse hohe Bandbreiten zu, habe aber nur eine geringe Reichweite. Es eignet sich damit vor allem für hohe Internetgeschwindigkeiten in Ballungsräumen. Die Frequenzen für eine österreichweite Abdeckung werden erst 2020 vergeben.

"In europäischer Spitzengruppe"

Den Großteil der Bandbreiten ersteigerten die teilstaatliche Telekom Austria, die zur Deutschen Telekom gehörende T-Mobile sowie der zu Hutchison zählende Anbieter "Drei". Zudem kamen vier regionale Anbieter zum Zug. Alle drei großen Mobilfunker konnten bundesweit mehr als 100 Megahertz (MHz) an Frequenzen ersteigern. "Wir haben sehr viel Spektrum zur Verfügung gehabt, mehr als viele andere Länder und können deswegen sagen, dass wir in der Spitzengruppe in Europa mitmischen", sagte RTR-Chef Johannes Gungl.

Die mehrheitlich zum mexikanischen Mobilfunkkonzern America Movil gehörende Telekom Austria gab dafür 64 Millionen Euro aus, T-Mobile 57 Millionen Euro und Drei 52 Millionen Euro. Die Lizenzen sind mit Versorgungsauflagen verbunden. So müssen alle Bieter sicherstellen, dass bis Ende 2020 insgesamt knapp 1000 Sendeanlagen aufgestellt sind und bis 2022 über 3000. Meist handelt es sich dabei um die Umrüstung bestehender Sendemasten.

5G soll Datengeschwindigkeiten ermöglichen, die mindestens 100 Mal schneller sind als die 4G-Netze, und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Zudem müssen keine Unterbrechungen während der Übertragung befürchtet werden. Das sind Bedingungen, wie sie für künftige Schlüsseltechnologien nötig sind - etwa das autonome Fahren, virtuelle Realität und Industrie 4.0.

Fokus auf Qualität

Nach der milliardenschweren LTE-Auktion (4G) 2013 fiel die Auktion für die Mobilfunkbranche diesmal deutlich günstiger aus. Dennoch liegt der Erlös für den Staat deutlich über den von der österreichischen Regierung budgetierten 50 Millionen Euro. "Im Gegensatz zu früheren Ausschreibungen lag der Fokus dieser Auktion auf Qualität und Ausrollung und nicht auf Erlösmaximierung für das Staatsbudget", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck.

In der Schweiz und in Italien brachte die 5G-Versteigerung deutlich mehr ein. In der Schweiz flossen bei der Auktion im Februar 380 Millionen Franken in die Staatskasse, Italien hatte bereits im vergangenen Oktober 6,6 Milliarden Euro eingenommen.

Quelle: n-tv.de

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