Wirtschaft

USA verhängen Schutzzölle Europa muss sich Trump widersetzen

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Auf Konfrontationskurs: Donald Trump.

(Foto: AP)

Im Handelsstreit mit der EU zündet Donald Trump die nächste Eskalationsstufe. Die Europäer lassen sich das nicht bieten und wehren sich. Obwohl der US-Präsident nachlegen könnte, ist diese Entscheidung richtig.

US-Präsident Donald Trump legt sich mit der Europäischen Union an und riskiert einen Handelskrieg. Das ist unnötig, absurd und frustrierend.

Einen solchen Konflikt kann niemand gewinnen, er schadet beiden Seiten. Es ist dennoch richtig, dass sich die EU die Breitseite Trumps nicht bieten lässt. Daran ändert auch nichts, dass jetzt eine Eskalationsspirale droht und der US-Präsident womöglich fröhlich weitere Zölle verhängt.

Die von der EU bislang in Aussicht gestellten Gegenmaßnahmen sind angemessen, ohne zu provozieren. Zölle etwa auf Whiskey, Harleys, Orangensaft, Jeans oder Cranberries - das mag läppisch klingen, hat es aber in sich. Denn sie treffen nicht nur den "American Way of Life". Sie treffen zielgerichtet Unternehmen, die in den Heimatstaaten republikanischer Politiker sitzen. Die Hoffnung ist, dass sie nun Trump und seine Handelskrieger bremsen - schließlich müssen viele von ihnen im November um ihre Wiederwahl fürchten.

Einen Versuch ist das wert. Es ist leider durchaus möglich, dass Trump nachlegt. Doch die EU muss sich trotzdem gegen den US-Präsidenten wehren - gerade weil sie den freien Handel verteidigen will. Das klingt paradox, ist es aber nicht: Wenn die EU jetzt einknickt, dürfte Trump das als Einladung verstehen, willkürlich weitere Zölle zu verhängen. Damit wäre das Ende des Freihandels eingeläutet.

Das heißt natürlich nicht, dass die EU mit den USA nicht schleunigst das Gespräch suchen sollte. Dieser Konflikt muss so schnell wie möglich beendet werden - aber eben nicht, indem die EU kapituliert. Für Trump ist Nachgeben ein Zeichen von Schwäche. Verhandeln heißt für ihn, ohne Rücksicht auf Kollateralschäden das Maximale für sich herauszuholen. Diesem US-Präsidenten kann die EU nur dann Paroli bieten, wenn sie ihm entschlossen entgegentritt.

EU-Ratspräsident Tusk hat völlig recht, wenn er mit Blick auf Trump feststellt: "Man könnte denken: Wer braucht Feinde, wenn er solche Freunde hat?" Bleibt die Hoffnung, dass die EU besonnen bleibt, Trump nicht weiter eskaliert, sich der angerichtete Schaden in Grenzen hält - und in den USA bald wieder Vernunft regiert.

Quelle: n-tv.de

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