Wirtschaft

UFO-Streik zum Jahreswechsel Eurowings baut provisorischen Flugplan

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In der Tarifauseinandersetzung stehen sich Unternehmen und Gewerkschaft ziemlich unversöhnlich gegenüber.

(Foto: dpa)

Für Montag 0 Uhr bis Mittwoch 24 Uhr ruft die Flugbegleitergewerkschaft UFO ihre Mitglieder zum Streik auf. Für die Lufthansa-Tochter Eurowings heißt das wieder einmal: Flüge streichen. Vor allem Inlandsflüge fallen weg.

Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat wegen des für den Jahreswechsel angekündigten Streiks der Flugbegleitergewerkschaft UFO jeweils 54 Flüge am Montag und Dienstag gestrichen. Betroffen sind vorwiegend Inlandsflüge, wie das Unternehmen am Wochenende auf seiner Website mitteilte. Für den Neujahrstag gab es noch keine Informationen. Insgesamt fallen vermutlich etwa 170 überwiegend innerdeutsche Eurowings-Verbindungen aus. Von den Arbeitsniederlegungen besonders betroffen sind die Flughäfen Köln-Bonn, München, Hamburg und Berlin-Tegel. UFO will ab Montag drei Tage streiken, ein Schlichtungsangebot von Germanwings wies die Gewerkschaft zurück.

Eurowings, das mit den Germanwings-Flugzeugen einen Teil seiner Flüge bestreitet, warf UFO eine rücksichtslose "Machtpolitik auf dem Rücken von Kunden und Mitarbeitern" vor und kritisierte das Nein der Gewerkschaft zu einer Schlichtung. Der Streikaufruf von UFO sei "völlig unverständlich und unverhältnismäßig", erklärte das Unternehmen in München. Die Gewerkschaft wende sich gegen den Teilzeit-Tarifvertrag bei Germanwings, obwohl das Unternehmen in einer Schlichtung gemeinsam erarbeitete Teilzeitmodelle schon seit einem Jahr anwende.

Dagegen warf die Gewerkschaft der Konzernführung irreführende "Spielchen" vor. Germanwings wolle mit "wohlfeilen Formulierungen" und "Spielchen" den Eindruck erwecken, das Unternehmen erfülle die Forderungen des Kabinenpersonals, schrieb die Tarifkommission zu dem Schlichtungsangebot. Wer die Germanwings-Mitteilung genau lese, sehe, "dass man uns nicht den von uns verhandelten Tarifvertrag, sondern die Regelungen der Lufthansa aufs Auge drücken will". Der Mutterkonzern Lufthansa habe aber weniger Teilzeitmöglichkeiten als Germanwings, einige Modelle seien nur befristet, andere ließen sich nicht kombinieren.

Reichen drei Streik-Tage aus?

Außerdem versuche Germanwings-Geschäftsführer Francesco Sciortino "mit wirklich unschöner Rhetorik", das Kabinenpersonal "unter Druck zu setzen", hieß es in dem Schreiben der Tarifkommission weiter. Sciortino hatte sein Schlichtungsangebot mit der Frage verknüpft: "Wollen wir wirklich leidenschaftliche Service-Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr mit der Frage belasten, ob sie ihre Fluggäste in einer ganz wichtigen Ferienphase einfach stehen lassen?"

Die Gewerkschaftsvertreter erklärten, Germanwings sei am Samstag telefonisch noch einmal mitgeteilt worden, "was es braucht, um den Streik noch abzusagen". UFO habe "klare Forderungen" aufgestellt und würde darüber "zur Not" auch noch am Sonntag verhandeln, hob die Gewerkschaft hervor. Auf dieses Angebot habe Germanwings aber nicht reagiert. Angesichts des Vorgehens der Unternehmensführung sei hinsichtlich der Streiks zu befürchten, "dass drei Tage noch lange nicht genug sein werden".

Am Freitag hatte UFO dazu aufgerufen, von Montag 00.00 Uhr bis Mittwoch 24.00 Uhr zu streiken. An den Streiktagen soll ein Sonderflugplan gelten. Hinter dem Arbeitskampf von UFO steht ein erbitterter Streit zwischen der Flugbegleitergewerkschaft und der Lufthansa: Der Konzern zweifelt die Vertretungsbefugnis von UFO für das Kabinenpersonal an und sieht die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. Die Streiks hält er daher für rechtswidrig. Nach Angaben von UFO geht es um Gehaltserhöhungen, betriebliche Altersvorsorge und Teilzeitregelungen bei den Lufthansa-Töchtern.

Quelle: ntv.de, sba/AFP