Wirtschaft

"Sexuelle Belästigung normal" Ex-Mitarbeiterinnen verklagen Tesla

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Tesla-Chef Musk soll mit seinen Äußerungen zu einem sexistischen Betriebsklima beigetragen haben.

(Foto: imago images/Xinhua)

Pfeifen, grabschen, verbale Übergriffe - Alltag bei Tesla, sagen sechs ehemalige Mitarbeiterinnen. Jetzt reichen sie Klage gegen ihren früheren Arbeitgeber ein. Sie sind nicht die ersten Frauen, die dem Konzern ein gravierendes Seximus-Problem unterstellen.

Ehemalige Mitarbeiterinnen haben den US-Elektroautobauer Tesla wegen ständiger sexueller Belästigungen am Arbeitsplatz verklagt. Wie die Anwälte David Lowe und William Jhaveri-Weeks mitteilen, beschrieben die sechs Ex-Beschäftigten aus dem US-Bundesstaat Kalifornien ein Umfeld, "in dem es normal ist, dass man ihnen nachpfeift, sie beäugt, unangemessen berührt und ihnen Avancen macht". Fünf der Frauen arbeiteten in einem Werk in Fremont, eine weitere in einem Servicezentrum.

Erst vergangenen Monat hatte eine Ex-Mitarbeiterin der Fabrik in Fremont eine Klage wegen andauernder sexueller Belästigungen eingereicht. Vergangene Woche folgte die Klage einer weiteren Betroffenen. "So viele ähnliche Erfahrungen zeigen, dass es sich um ein systemisches Problem bei Tesla handelt", erklärte Anwalt Jhaveri-Weeks. Demnach forderten männliche Kollegen die Frauen unter anderem zum Sex auf. Mitarbeiterinnen, die sich auf Avancen einließen, seien zudem von Vorgesetzten bevorzugt behandelt worden.

Der Klage zufolge sollen auch Äußerungen von Tesla-Chef Elon Musk Anlass für Belästigungen gewesen sein. So habe dieser öfter betont, dass die Tesla-Modelle S, 3, X und Y zusammengenommen als "Sexy" gelesen werden könnten - dies hätten Mitarbeiter aufgegriffen, um "alles als sexy zu bezeichnen", schilderte eine der Klägerinnen.

Tesla schweigt

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Tesla reagierte auf Anfrage nicht zu den neuesten Anschuldigungen. Das Unternehmen hat öfter mit Klagen ehemaliger Mitarbeiter zu kämpfen. Erst im Oktober hatte ein kalifornisches Geschworenengericht einem schwarzen Ex-Mitarbeiter 137 Millionen Dollar (121 Millionen Euro) Schadenersatz zugesprochen, weil das Unternehmen anhaltende rassistische Vorfälle ignoriert hatte.

Auch bei Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX gibt es Vorwürfe einer frauenfeindlichen Firmenkultur. Eine ehemalige Ingenieurin schrieb im Netz, dass das Unternehmen trotz zahlreicher Meldungen von sexueller Belästigung nichts unternommen habe. SpaceX reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Der 50-jährige Musk ist erst am Montag vom US-Magazin "Time" zur Persönlichkeit des Jahres gekürt worden. Musk wird von vielen als Genie und Visionär gefeiert. Er sorgt allerdings unter anderem mit provokativen Tweets auch immer wieder für Negativschlagzeilen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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