Wirtschaft

Ardian-Geld für mehr Energie Ex-Schlümpfe-Eigner kauft sich bei EWE ein

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Der deutsche Energieversorger EWE betreibt unter anderem den Windpark Riffgat nahe der Nordseeinsel Borkum.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Monaten sucht der Energieversorger EWE nach einem Investor. Nun tritt das Unternehmen mehr als ein Viertel seiner Anteile an Ardian ab. Mit dem Geld der Franzosen möchten sich die Norddeutschen künftig breiter aufstellen.

Der norddeutsche Energieversorger EWE verkauft 26 Prozent seiner Anteile an den französischen Infrastrukturinvestor Ardian. Das teilte EWE in Oldenburg mit und bestätigte damit frühere Medienberichte. Die neuen Partner wollten vor allem in die strategischen Bereiche erneuerbare Energien, Telekommunikation und Netze investieren.

Sofern das Bundeskartellamt zustimmt, soll das Geschäft im ersten Quartal 2020 abgewickelt werden. Zu finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden. Branchenexperten hatten den Wert des angebotenen Pakets auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro beziffert.

Ardian setzte sich damit gegen ein Konsortium aus dem australischen Infrastrukturinvestor Macquarie und der Allianz durch. Anfang Juli hatte der französische Investor für Schlagzeilen gesorgt, als er den schwäbischen Spielzeug-Hersteller Schleich, der unter anderen Kunststoff-Tiere und Spielfiguren wie die der Schlümpfe produziert, an die schweizerische Beteiligungsgesellschaft Partners Group verkaufte. EWE wäre im Beteiligungs-Portfolio von Ardian das erste Unternehmen aus dem Sektor der Energiewirtschaft.

EWE versorgt im Nordwesten Deutschlands und in Brandenburg etwa zwei Millionen Kunden mit Strom, Gas und Telekommunikation. 2018 hatte das Unternehmen einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro und ein Konzernergebnis von 167 Millionen Euro erzielt. EWE gehörte bislang überwiegend den Städten und Landkreisen in Nordwestdeutschland. Das Unternehmen suchte seit Monaten nach einem Investor.

Quelle: ntv.de, cri/rts/dpa