Wirtschaft

"Keine relevanten Schäden" FDP eröffnet neue Debatte über Fracking

Messinstrumente zeigen den Leitungsdruck der Rohrleitungen eines Gaspeichers an. Die Bundesregierung sieht die Gasversorgung nach wie vor als stabil an.

Die FDP will Fracking in Deutschland noch einmal "ernsthaft prüfen".

(Foto: Axel Heimken/dpa)

Seit 2017 gilt in Deutschland das Verbot, Erdgas mit der Fracking-Methode zu fördern. Die FDP stellt das angesichts der Energiekrise nun infrage. Unter modernen Sicherheitsstandards sei Fracking möglich. Ähnliche Stimmen gibt es schon aus Bayern.

Die FDP will angesichts der Energiekrise das Verbot der Erdgasförderung in Deutschland durch das sogenannte Fracking auf den Prüfstand stellen. "Wie wissenschaftliche Studien zeigen, verursacht Fracking unter modernen Sicherheitsstandards keine relevanten Umweltschäden", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Torsten Herbst, der "Welt am Sonntag".

Wer Fracking-Gas aus den USA importiere, könne nicht gegen eine sichere Fracking-Förderung in Deutschland sein. "Es sollte daher ernsthaft geprüft werden, ob eine größere Schiefergasförderung unter wirtschaftlichen und technischen Gesichtspunkten in Deutschland machbar ist", sagte er.

Der energiepolitische Sprecher der FDP im Bundestag, Michael Kruse, sagte der Zeitung, seine Partei unterstütze "die deutliche Ausweitung der heimischen Erdgasförderung". Alle Optionen müssten geprüft werden. "Das Fracking-Verbotsgesetz von 2017 haben wir aus dieser geradlinigen Position heraus inhaltlich stets abgelehnt."

Habeck lehnt Fracking ab

Beim Fracking wird Gas oder Öl mithilfe von Druck und Chemikalien aus Gesteinsschichten herausgeholt, was Gefahren für die Umwelt birgt. Kritik wird auch an der Verflüssigung durch starkes Abkühlen geübt, weil dies nach Angaben von Umweltschützern bis zu 25 Prozent des Energiegehalts des Gases kostet.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bemüht sich angesichts des Ukraine-Kriegs um eine schnelle Energie-Unabhängigkeit von Russland. Fracking in Deutschland lehnt der Grünen-Politiker aber ab und verweist auf mögliche negative Folgen für die Umwelt sowie rechtliche Hürden.

Zuletzt hatten CSU-Chef Markus Söder und NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart von der FDP sowie der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, eine ergebnisoffene Prüfung des Frackings gefordert. Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler spricht sich laut "Welt am Sonntag" angesichts der Energiekrise dafür aus, auch Fracking in Betracht zu ziehen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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