Wirtschaft

Wall Street im Plus Facebook-Mutter Meta gibt US-Börsen Auftrieb

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Die Anleger an New Yorker Börse honorierten die guten Unternehmenszahlen.

(Foto: picture alliance / newscom)

Die Geschäftszahlen des Facebook-Mutterkonzerns Meta beflügeln die Wall Street. Die US-Börsen steigen im Verlauf so stark wie seit sieben Wochen nicht mehr. Der Dollar klettert auf den höchsten Stand seit gut 19 Jahren.

Massive Kursgewinne an den US-Börsen: Überzeugende Quartalsausweise einiger bedeutender heimischer Unternehmen drängten enttäuschende Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den Hintergrund. Der Dow-Jones-Index schloss 1,8 Prozent höher bei 33.916 Punkten, der S&P-500 notierte 2,5 Prozent fester. Der technologielastige Nasdaq-Composite kletterte um 3,1 Punkte nach oben. Dabei gab es insgesamt 2.552 (Mittwoch: 1.620) Kursgewinner und 798 (1.732) -verlierer. Unverändert schlossen 115 (123) Titel.

Gestützt wurde der Nasdaq-Composite vom Quartalsausweis der Facebook-Mutter Meta (+17,6 Prozent). Dieser sei zwar durchwachsen ausgefallen, aber nicht so schlecht wie befürchtet. Der Umsatz lag etwas unter der Konsensschätzung, doch hätten die Anleger ihre Erwartungen vorher wohl schon deutlich heruntergeschraubt, hieß es unter Verweis auf den Kursrückgang der Aktie um 48 Prozent seit Jahresbeginn. Ein Lichtblick seien ferner die Nutzerzahlen gewesen, die besser als erwartet ausgefallen seien und optimistisch stimmten für die Zahlen zweier anderer Technologie-Schwergewichte: Nach Börsenschluss werden Amazon und Apple über den Geschäftsverlauf berichten.

Auch sonst stand die Bilanzsaison erneut im Vordergrund mit einer Schwemme an Quartalsausweisen. Positiv wurden die Zahlen von Qualcomm (+9,7 Prozent) aufgenommen. Das Unternehmen meldete einen Rekordumsatz, der ebenso wie der Gewinn die Analystenschätzungen übertraf. Pinterest (+13,7 Prozent) überzeugte mit einem Umsatzwachstum von 18 Prozent und einem geringeren Quartalsverlust.

Licht und Schatten enthielten Zahlen und Ausblick von Paypal (+11,5 Prozent), doch nach über 50 Prozent Minus der Aktie in diesem Jahr kauften Schnäppchenjäger. Amgen (-4,3 Prozent) hat zwar mehr umgesetzt und verdient als erwartet, muss aber 7 Milliarden Dollar Steuern nachzahlen.

Befürchtungen schwelen weiter

Twitter legte um 1 Prozent zu. Der Kurznachrichtendienst hat Umsatz und Nutzerzahlen im ersten Quartal gesteigert, den Ausblick aber mit Verweis auf die Übernahme durch Tesla-Gründer Elon Musk zurückgezogen. Merck & Co (+4,9 Prozent) hat im ersten Quartal von starken Umsätzen mit seinem Corona-Medikament profitiert.

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Die jüngsten Befürchtungen schwelten weiter im Hintergrund. Teilnehmer verwiesen auf die anstehenden Zinserhöhungen der US-Notenbank. Es lasse sich bisher nicht absehen, in welchem Maße diese die Wirtschaft belasten würden, hieß es. Weitere Unsicherheitsfaktoren seien die Lockdowns in China und der Krieg in der Ukraine. Die Volatilität sei, wenn man den Beginn der Pandemie 2020 außer Acht lasse, derzeit so hoch wie zuletzt während der Finanzkrise 2008, so John Roe von Legal & General Investment Management zur Lage am Markt.

Auf der Konjunkturseite überraschte das BIP negativ: Es schrumpfte gemäß der ersten Lesung im ersten Quartal um 1,4 Prozent zum Vorquartal, während Ökonomen mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gerechnet hatten. Im vierten Quartal war noch ein Wachstum von 6,9 Prozent verzeichnet worden. Nach wie vor gut ist indessen die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der vergangenen Woche im erwarteten Rahmen zurück.

Dollar bleibt gefragt

Die politische und wirtschaftliche Unsicherheit in Verbindung mit den bevorstehenden Fed-Zinserhöhungen trieb die Anleger in den Dollar, der als sicherer Hafen in Krisenzeiten gilt. Der Dollarindex stieg um 0,6 Prozent auf den höchsten Stand seit gut 19 Jahren. Der Euro rutschte zeitweilig unter 1,05 Dollar. Neben der divergierenden Geldpolitik in den USA und der EU verunsichert aktuell der von Russland verhängte Gaslieferstopp für Polen und Bulgarien und verstärkt den Druck auf die Gemeinschaftswährung. Und während in den USA die Geldpolitik schon gestrafft wird, befindet sich die EZB noch mehr im Planungsmodus.

Rohöl (Brent)
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Staatsanleihen tendierten uneinheitlich. Am kurzen Ende waren sie angesichts der Kursgewinne am Aktienmarkt und der erwarteten straffen Geldpolitik nicht gefragt. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen notierte dagegen unverändert.

Am Ölmarkt drehten die Preise deutlich ins Plus, nachdem zunächst der feste Dollar belastet hatte. Hier stützte die Meldung, dass Deutschland bereit ist, kein russisches Öl mehr zu kaufen und damit den Weg für ein Verbot von Rohölimporten aus Russland durch die Europäische Union freimacht.

Quelle: ntv.de, chf/DJ

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