Wirtschaft

Förderprogramm für Bezahlmodelle Facebook soll Verlagen mehr Geld bringen

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Mark Zuckerberg will mit Verlagen kooperieren.

(Foto: AP)

Nach Google ruft nun auch Facebook ein Programm ins Leben, um digitale Bezahlmodelle von Verlagen weiterzuentwickeln. Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner fordert eine faire Aufteilung der Erlöse. Denn nur so könne Qualitätsjournalismus erhalten bleiben.

Facebook hat ein Förderprogramm aufgelegt, um die Weiterentwicklung digitaler Bezahlmodelle bei Verlagen in Deutschland voranzutreiben. Das Programm im Umfang von zwei Millionen Euro gehört zu einer breiter angelegten Initiative mit einem Volumen von 300 Millionen Dollar (263 Millionen Euro), mit der Nachrichtenorganisationen auf der ganzen Welt gefördert werden.

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Im Rahmen des "Local News Subscriptions Accelerators" werde Facebook mit 13 deutschen Verlagsgruppen zusammenarbeiten, "um sie dabei zu unterstützen, neue Leserinnen und Leser zu finden und diese stärker an sich zu binden", kündigte das Online-Netzwerk am Dienstag an. Zu den teilnehmenden Verlagsgruppen gehören demnach unter anderem Rheinische Post Digital, Funke Mediengruppe, MHS Digital, Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, Nordbayern Infonet, Oberpfalz Medien, Verlag und Druckerei Main-Echo, DuMont, Ippen Digital, Mediengruppe Main-Post, Mediengruppe Oberfranken und Lensing Media.

Das Programm wurde in einem Gespräch von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg mit Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden des Medienkonzerns Axel Springer, angekündigt. Döpfner forderte in dem Dialog den Chef des Internet-Konzerns auf, auf seinen Plattformen faire Modelle für die Aufteilung von Erlösen anzubieten. Nur so könne Qualitätsjournalismus aufrecht erhalten werden.

Google hat ein ähnliches Programm

Es sei nicht die Aufgabe von Facebook zu entscheiden, was die Anwender zu sehen bekommen und was nicht. "Je mehr Facebook kuratiert, selektiert und (redaktionelle) Entscheidungen trifft, desto mehr verwandelt sich Facebook in ein Medienunternehmen, vielleicht sogar unfreiwillig." Dafür sei Facebook aber zu groß. "Sie werden dann von den Regulierungsbehörden aufgespalten, die sagen werden, dass es nicht so eine große Dominanz einer großen Firma geben darf, die weltweit Entscheidungen trifft", sagte Döpfner.

Ein ähnliches Förderprogramm wie Facebook hatte bereits auch Google für Medien und Journalisten auf den Weg gebracht. Im März 2018 rief der Internet-Konzern die "Google News Initiative" (GNI) als globales Dach ins Leben. Sie setzt im Wesentlichen auf der Arbeit der "Digitalen News Initiative" auf, mit der das Unternehmen auf europäischer Ebene zum Beispiel Entwicklungsprojekte in Verlagen förderte. Auch Google kündigte damals eine Investition in Höhe von 300 Millionen Dollar an, die das Projekt über einen Zeitraum von drei Jahren unterfüttern soll.

Digitale Bezahlmodelle für journalistische Inhalte werden immer erfolgreicher. Die Umsätze haben sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Die Verlage setzen dabei meist auf sogenannte Freemium-Modelle, bei denen der größte Teil der Artikel kostenlos und ein Teil nur mit einem Abo lesbar ist. Zum Teil übersteigen die Einnahmen aus Paid Content mittlerweile die des Anzeigengeschäfts.

Quelle: n-tv.de, lge/dpa

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