Wirtschaft

Reaktion auf Werbe-Boykott Facebook will strenger werden

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Zuckerberg hatte sich bislang gegen eine inhatliche Einmischung gestemmt.

(Foto: picture alliance/dpa)

The North Face, Honda, und jetzt auch noch Coca Cola - immer mehr große Firmen wollen keine Werbung mehr bei Facebook schalten, solange der Konzern nicht entschiedener gegen Desinformation und Hetze vorgeht. Jetzt zeigt der Druck Wirkung.

Facebook hat nach einem Werbe-Boykott einen neuen Umgang mit Inhalten angekündigt, die gegen die Regeln des Sozialen Netzwerks verstoßen. Konzernchef Mark Zuckerberg zufolge sollen Postings gelöscht werden, in denen behauptet werde, dass Menschen etwa einer gewissen Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung eine Gefahr für die Sicherheit oder Gesundheit darstellten. Inhalte von allgemeinem Interesse, die gegen die Regeln verstießen, würden nun gekennzeichnet, heißt es weiter.

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Alle Posts und Werbespots zu Wahlen sollen mit einem Link zu maßgeblichen Informationen versehen werden. Es gebe bei den neuen Maßnahmen "keine Ausnahmen für Politiker", erklärte Zuckerberg. Eine Sprecherin bestätigte, dass nach der neuen Vorgehensweise auch eine umstrittene Botschaft im vergangenen Monat von Präsident Donald Trump zu Briefwahlen gekennzeichnet worden wäre.

Große Konzerne ziehen Werbegelder zurück

Zuletzt war unter den Mitarbeitern des US-Konzerns und Kongressabgeordneten der Unmut über die bisherige Praxis von Facebook gewachsen, als aufrührerisch empfundene Botschaften des Präsidenten unangetastet zu lassen. Immer mehr Konzerne schlossen sich einem Werbe-Boykott an.

Zuletzt kündigte Coca-Cola einen weltweiten Stopp aller Werbung auf Sozialen Medien für mindestens 30 Tage ab dem 1. Juli an. Auch Honda teilte mit, im Juli keine Anzeigen mehr bei Facebook und Instagram zu platzieren, um ein Zeichen gegen "Hass und Rassismus" zu setzen. Unilever geht sogar noch weiter. Der britisch-niederländische Konsumgüterriese will wegen der US-Präsidentschaftswahl im November bis zum Jahresende in den Vereinigten Staaten gar keine Werbung mehr bei Facebook, Instagram und Twitter schalten. "Die polarisierte Atmosphäre erlegt Marken eine erhöhte Verantwortung auf, ein vertrauenswürdiges und sicheres digitales Ökosystem aufzubauen", schrieb der Konzern zur Begründung auf Twitter. Der Werbeverzicht gelte ab sofort.

Der Boykott dürfte maßgeblich zum Einlenken Zuckerbergs beigetragen haben. Fast alle Erlöse des Konzerns kommen aus dem Anzeigengeschäft.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/rts