Anlaufprobleme nach NeustartFachmarktkette Hammer insolvent - Betrieb geht weiter

Der Neustart aus der Insolvenz im Oktober läuft für die Raumausstatter von Hammer holprig. Die Warenversorgung rumpelt. Nun geht es erneut in die Zahlungsunfähigkeit. Dann aber soll es für die Beschäftigten unverändert weitergehen.
Die Fachmarktkette Hammer ist pleite. Beim Amtsgericht Bielefeld hat die Hammer Raumstylisten GmbH Insolvenzantrag gestellt. Ziel sei die Fortführung und nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens, hieß es in einer Mitteilung. Zu der Firma gehört die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Fachmarktkette. Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben demnach geöffnet.
Grund für den Insolvenzantrag sind laut Mitteilung Anlaufverzögerungen in der Warenversorgung nach der Neugründung des Unternehmens im vergangenen Oktober. Diese seien vor allem durch technische Probleme verursacht worden und hätten zu Umsatzausfällen geführt. Inzwischen seien diese weitgehend behoben, hieß es. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Stefan Mayer von der Kanzlei Pluta.
Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hat nach eigenen Angaben bundesweit 93 Standorte und beschäftigt rund 1.200 Menschen. "Durch die Insolvenz sichern wir die Löhne über das Insolvenzgeld und schaffen einen stabilen Rahmen für die Fortführung", sagte Geschäftsführer Rainer Schrems.
Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals, bei dem die Vermögenswerte auf die neu gegründete Hammer Raumstylisten GmbH übergingen.
Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und war anschließend abgewickelt worden. Rund 70 Hammer-Filialen wurden geschlossen, die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben. Zahlreiche Beschäftigte verloren dadurch ihren Arbeitsplatz.