Wirtschaft

"Kapitalseite steht hinter ihm" Familien Piëch und Porsche halten zu Diess

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Offiziell heißt es zum Wechsel, Diess solle "mehr Freiraum" als Konzernchef bekommen.

(Foto: imago images/Susanne Hübner)

Herbert Diess gibt überraschend die Leitung der VW-Markenspitze ab. Vorher gibt es scheinbar große Konflikte zwischen ihm und dem Aufsichtsrat. Der Volkswagen-Boss bekommt nun Rückendeckung von den Mehrheitseignern - verbunden mit einem Appell.

Trotz der Abgabe der VW-Markenspitze und der Vorwürfe an den Aufsichtsrat stehen die Familien Porsche und Piëch hinter Konzernchef Herbert Diess - mahnen aber, die Baustellen bei dem Autohersteller müssten nun dringend beseitigt werden. "Herr Diess hat sich in aller Form entschuldigt, er hat dabei den gesamten Aufsichtsrat adressiert", hieß es bei den Mehrheitseignern von Volkswagen. "Die Kapitalseite steht weiter hinter ihm." Allerdings sei es höchste Zeit, zur Sacharbeit zurückzukehren. "Klar ist auch: Das Unternehmen muss jetzt in ruhigeres Fahrwasser kommen."

Der Aufsichtsrat akzeptierte die Entschuldigung von Diess. "Dr. Diess hat sich in aller Form bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates für die Äußerungen entschuldigt und erklärt, dass diese unangemessen und falsch waren", hieß es in einer Mitteilung. "Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben die Entschuldigung von Dr. Diess angenommen und werden ihn auch künftig bei seiner Arbeit unterstützen."

VW hatte am Montagabend überraschend mitgeteilt, dass Diess zum 1. Juli die Leitung des Tagesgeschäfts der wichtigen Kernmarke an den bisherigen Co-Geschäftsführer Ralf Brandstätter abgibt. Es gehe um eine Neuordnung sowie "mehr Freiraum" für Diess als Konzernchef in der Steuerung der Gesamtstrategie, so die offizielle Begründung.

Wenig später wurde bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende einzelnen Aufsichtsräten Straftaten und fehlende Integrität vorgeworfen hatte. Vor mehreren Tausend Führungskräften beklagte er sich in der vorigen Woche demnach über die Nennung kritischer Interna zu anhaltenden Problemen in der Golf-Produktion oder seinem angeblichen Wunsch nach einer frühzeitigen Vertragsverlängerung.

Aus dem Umfeld des Konzerns hieß es, die Aussagen hätten zu beträchtlichen Irritationen geführt. Diess sei ein erfolgreicher Manager, der mit Elektrifizierung und Digitalisierung wichtige Themen vorangetrieben habe, betonte der Hauptaktionär Porsche-Holding. "Aber Probleme müssen gelöst werden."

Quelle: ntv.de, hul/dpa