Wirtschaft

Neuer Eurogruppen-Chef Favorisiert die Bundesregierung Centeno?

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Centeno hat die Unterstützung der europäischen Sozialdemokraten.

(Foto: REUTERS)

Am Montag leitet der Niederländer Dijsselbloem ein letztes Mal das Treffen der Eurogruppe. Bei der Suche nach einem Nachfolger kristallisiert sich ein Favorit heraus. Angeblich unterstützt ihn auch Deutschland. Die Bundesregierung dementiert dies jedoch.

Die Bundesregierung hat Berichte zurückgewiesen, nach denen sie den Portugiesen Mário Centeno als neuen Vorsitzenden der Eurogruppe favorisiert. "Der Prozess ist nicht entschieden und noch völlig offen", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. Zuvor hatten die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" berichtet, dass sich Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) auf Centeno verständigt hätten.

Demnach soll sich der geschäftsführende Finanzminister Altmaier auf der Sitzung der Euro-Finanzminister am Montag für den Sozialisten Centeno aussprechen. Der ehemalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte die sozialistische Regierung in Lissabon wegen des Aufweichens des Sparkurses mehrfach kritisiert. Portugal erhielt von 2011 bis 2014 Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm.

Centeno arbeitete zunächst für die portugiesische Zentralbank und führt seit November 2015 das Finanzministerium in Lissabon. Ihm wird zugute gehalten, dass er den portugiesischen Haushalt nach jahrelangen Verstößen gegen die EU-Defizitvorgaben entschlossen sanierte.

Mehrere Pluspunkte

Wie Amtsinhaber Jeroen Dijsselbloem ist er Sozialdemokrat und gehört damit einer der beiden großen EU-Parteienfamilien an. Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) hat ihrerseits auf einen eigenen Kandidaten verzichtet, da ihre Vertreter schon alle anderen Spitzenposten bei Kommission, Rat und Parlament besetzen.

Dijsselbloem leitet am Montag sein letztes Eurogruppen-Treffen und hat dabei vor allem eine Aufgabe: die Wahl seines Nachfolgers zu organisieren. Der 51-jährige Niederländer Dijsselbloem hatte den prestigeträchtigen Posten im Januar 2013 vom heutigen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker übernommen.

Der Eurogruppen-Chef organisiert die regulär einmal im Monat stattfindenden Beratungen der 19 Euro-Finanzminister und lotet Kompromisse in Streitfragen aus. Der Posten wird von dem Gremium für zweieinhalb Jahre vergeben. Für ein positives Votum sind mindestens zehn der 19 Stimmen nötig.

Quelle: n-tv.de, sba/rts/dpa/AFP

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