Wirtschaft

Zum Ende der Yellen-Ära Fed rührt den US-Leitzins nicht an

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Führte die Fed und die Finanzmärkte in die Zinswende: Janet Yellen.

(Foto: dpa)

Aufatmen an der Wall Street: Der Leitzins im Dollarraum bleibt - vorerst - unverändert. Die US-Notenbank tastet ihre wichtigste geldpolitische Stellschraube in der Januar-Sitzung nicht an. Die scheidende Fed-Chefin Yellen erläutert das weitere Vorgehen.

In der letzten Sitzung unter Leitung der scheidenden Fed-Chefin Janet Yellen bleibt die US-Notenbank Federal Reserve auf Kurs: Der Offenmarktausschuss beließ den Leitzins unangetastet in einer Spanne von 1,25 bis 1,50 Prozent. Die Entscheidung war an den Märkten in dieser Form erwartet worden. Die Fed hatte ihre Zinsen zuletzt im Dezember um 0,25 Punkte erhöht.

An den New Yorker Börsen löste die Entscheidung der Währungshüter zunächst keine größeren Kursbewegungen aus. Im Devisenhandel allerdings gab der Euro in einer ersten Reaktion deutlich nach. Beim Goldpreis verzeichneten Händler ebenfalls stärkere Kursausschläge.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Zinsentscheids trat die oberste Währungshüterin der USA vor die Presse, um das weitere Vorgehen der Notenbank zu erläutern. Im laufenden Jahr müssen sich die Märkte demnach auf weitere Zinsschritte im Dollarraum einstellen.

Inflation unter Beobachtung

Yellen bekräftigte, dass die US-Notenbank an ihrem Kurs in Richtung einer normalisierten Geldpolitik festhält. Die Zinsentscheidung im Offenmarktausschuss fiel demnach einstimmig. Die US-Wirtschaft wachse mit solider Dynamik, erklärte sie. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich weiter verbessert. Konsumausgaben und Investitionen entwickelten sich solide.

Die Inflation dürfte sich Yellens Worten zufolge mittelfristig bei zwei Prozent stabilisieren. Die Entwicklung der Verbraucherpreise müsse aber weiter genau beobachtet werden. Vor diesem Hintergrund deutete sie an, dass der angekündigte Zinspfad - also einer moderaten Anhebung der Leitzinsen - beibehalten werden könne.

Powell übernimmt Yellens Posten

Yellen gibt die Leitung der wichtigsten Zentralbank der Welt am Ende der Woche an ihren Nachfolger Jerome Powell ab. US-Präsident Donald Trump hatte den Vertrag Yellens, die unter seinem Vorgänger Barack Obama in das machtvolle Amt gekommen war, nicht verlängert.

Trumps Wunschkandidat für die Yellen-Nachfolge wurde vergangene Woche vom US-Senat bestätigt. Er tritt wie Yellen für eine moderate Zinspolitik ein. Der frühere Finanzinvestor gehört bereits seit 2012 dem Gouverneursrat der Fed an. Powell gilt als maßvoller Notenbanker, der das besondere Vertrauen von US-Finanzminister Steven Mnuchin genießt.

Quelle: ntv.de, mmo/AFP/dpa