Wirtschaft

Nach "Panama Papers"-Skandal Finanzkanzlei verlässt drei Steueroasen

Die panamaische Finanzkanzlei will nach mehr als 20 Jahren ihre Büros schließen.

Die panamaische Finanzkanzlei will nach mehr als 20 Jahren ihre Büros schließen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mossack Fonseca steht seit der Enthüllung der belastenden Daten aus den "Panama Papers" über ausländische Briefkastenfirmen massiv unter Druck. Nun reagiert die panamaische Anwaltskanzlei. Sie will drei ihrer Büros dicht machen - aus strategischen Gründen.

Knapp acht Wochen nach der Veröffentlichung der "Panama Papers" hat die Finanzkanzlei Mossack Fonseca die Aufgabe ihrer Büros in drei britischen Steuerparadiesen angekündigt. "Mit großem Bedauern" schließe sie nach mehr als 20 Jahren ihre Büros in Jersey, der Isle of Man und Gibraltar, teilte die panamaische Firma mit.

Als Grund gab Mossack Fonseca eine Strategie zur "Konsolidierung unseres Büro-Netzwerks" an. Dennoch werde die Firma weiterhin "allen" Kunden zur Verfügung stehen. Mossack Fonseca steht im Mittelpunkt des Skandals um Briefkastenfirmen, der durch die "Panama Papers" aufgedeckt worden war.  Die Datensätze der "Panama Papers" waren der "Süddeutschen Zeitung" zugespielt worden, die sich daraufhin an das  internationale Journalistenkonsortium ICIJ gewandt hatte.

Durch die Auswertung von elf Millionen Dokumenten hatte das weltweite Journalistennetzwerk enthüllt, wie die Kanzlei dutzenden Spitzenpolitikern, Sportstars und anderen Prominenten dabei half, Steuern zu umgehen. Die Enthüllungen riefen weltweit Steuerfahnder auf den Plan.

In Island brachten die Informationen den Ministerpräsidenten zu Fall, auch der britische Regierungschef David Cameron kam in Erklärungsnot, weil er bis zum Amtsantritt offshore investiert hatte. Auch zahlreiche deutsche Banken tauchen in den "Panama Papers" auf.

Mossack Fonseca sieht sich als Opfer eines Datendiebstahls und betont, sich bei ihren Geschäften stets an die Gesetze zu halten. Das Unternehmen gründet Kapitalgesellschaften und verkauft sie an Zwischenhändler wie Banken, Anwälte und Vermögensberater, die sie wiederum an ihre Endkunden weitergeben. Bis zuletzt versuchte die Kanzlei, die Veröffentlichung der Rohdaten zu verhindern.

Quelle: n-tv.de, sro/AFP

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