Wirtschaft

Original wieder beliebterFleischersatz-Produktion sinkt zum ersten Mal

18.05.2026, 10:50 Uhr
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55 Kilo Fleisch essen die Deutschen im Schnitt pro Kopf und Jahr. (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Veggie-Schnitzel oder Tofuwurst fristen ein Nischendasein im Vergleich zum Fleischmarkt. Immerhin geht es lange bergauf für die fleischlosen Alternativen. Damit ist nun allerdings Schluss.

Die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in Deutschland ist nach langem Boom erstmals leicht gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppeltt - 2019 wurden noch 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt.

Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel oder Tofuwurst sind zwar in den vergangenen Jahren bei Verbrauchern beliebter geworden, aber gemessen am Fleischmarkt eine Nische. 2025 wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland produziert, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit fiel die Fleischproduktion gut 70-mal höher aus als die von Fleischersatzprodukten. Der Wert der produzierten Fleischalternativen lag im vergangenen Jahr bei 632,6 Millionen Euro, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Fleischkonsum in Deutschland war zuletzt nach Jahren der Rückgänge wieder leicht gestiegen. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch lag im vergangenen Jahr nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei im Schnitt 54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als in den Vorjahren 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm).

Das zwischenzeitlich angestrebte Verbot von Bezeichnungen wie Veggie-Burger und Tofu-Wurst in der EU ist inzwischen vom Tisch. Tabu sind nach einer EU-Einigung nun aber Bezeichnungen, die sich auf Tier- beziehungsweise Fleischarten und einzelne Teilstücke beziehen, zum Beispiel "Veggie-Hühnchen" oder "Tofu-Rippchen".

Quelle: ntv.de, chl/dpa

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