Wirtschaft

Bei Zusammenarbeit mit Bahn Flughäfen zu Inlandsflugverzicht bereit

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Viele Inlandsflüge sind Zubringerflüge - und durch Bahnfahrten ersetzbar, sagt der Flughafenverband.

(Foto: imago)

Flugreisen sind Klimakiller. Der Flughafenverband könnte sich deshalb vorstellen, künftig auf Inlandsflüge zu verzichten. Dafür stellt er allerdings gewisse Bedingungen an die Bahn - die wenig erfreut ist.

In der Debatte um das Verbot von Inlandsflügen hat sich der Flughafenverband zu Wort gemeldet. Unter bestimmten Bedingungen sei man bereit, auf Inlandsflüge zu verzichten, sagte Stefan Schulte, Präsident des Flughafenverbands ADV und des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport AG, der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). "Es gibt Routen, die muss man nicht fliegen", sagt Schulte. Kurzstrecken unter 400 Kilometer wie etwa die Verbindung zwischen Düsseldorf und Frankfurt könnten dann wegfallen.

In der Politik wird derzeit darüber diskutiert, den CO2-Ausstoß durch Flugreisen zu verringern - etwa durch das Anheben der Ticketpreise, Verbote oder eine Strafsteuer für Billigflüge. Besonders in der Kritik stehen Kurzstrecken- und Inlandsflüge. Denn der Ausstoß von Treibhausgasen ist etwa fünf Mal so hoch wie bei der Fahrt mit dem Zug. Laut Statistischem Bundesamt flogen im vergangenen Jahr 23,5 Millionen Passagiere innerhalb Deutschlands. Viele dieser Flüge sind laut "SZ" Zubringerflüge, die Passagiere vor internationalen Reisen antreten.

Genau solche Flüge hält der Flughafenverband für ersetzbar - im Gegensatz zu Langstreckenflügen. Allerdings, so Schulte, müssten für die Verlagerung solcher Inlandsflüge etwa auf die Schiene bestimmte Bedingungen erfüllt sein. "Wer Inlandsflüge begrenzen möchte, der muss sicherstellen, dass die Reisenden ein wettbewerbsfähiges Angebot der Bahn vorfinden", zitiert die "SZ" Schulte. Die Bahn müsse dann auch Aufgaben der Flughäfen übernehmen. "Gepäck muss vom Bahnhof bis zum Zielflughafen durchgecheckt werden. Das Gepäck muss durchleuchtet und frei vom Zugriff Unbefugter im Zug transportiert werden", sagt der Verbandschef.

Bahn reagiert kritisch

Zudem müsse die Bahn pünktlicher werden und häufiger auf Haupttrassen fahren. Der Flughafenverband mahne seit Jahren bessere Anschlüsse an. Bislang sind nur vier der 22 deutschen Flughäfen ans ICE-Netz angeschlossen.

Neu ist die Idee der Kooperation zwischen Flughäfen und Bahn allerdings nicht: Schon 2007 hatten Lufthansa und Deutsche Bahn zusammengearbeitet, Koffer konnten damals schon an bestimmten Bahnhöfen aufgegeben werden. Der Versuch wurde allerdings schnell wieder eingestellt. Dem erneuten Vorstoß zur Zusammenarbeit des Flughafenverbands steht die Bahn dem Bericht zufolge kritisch gegenüber. Schon jetzt könnten Passagiere zum Beispiel in Frankfurt ihr Gepäck in der Nähe des Bahnhofs aufgeben, hieß es. Offenbar gibt es Zweifel, ob das Angebot der Flughäfen ernst gemeint ist.

Quelle: n-tv.de, ftü

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