Wirtschaft

Öl wird knapper Förderbremse der Opec wirkt

97364914.jpg

Der Ölpreis hat sich auch wegen der gedeckelten Produktion der Förderländer in den vergangenen Monaten stetig verteuert.

(Foto: picture alliance / Larry W. Smit)

Nachdem eine weltweite Überproduktion die Ölpreise lange fallen ließ, gibt es nun keinen Überschuss mehr. Die Preise steigen wieder. Eine neue Gefahr könnte von der Aufkündigung des internationalen Atomabkommens durch US-Präsident Trump ausgehen.

Mit dem großen Überangebot am weltweiten Ölmarkt ist es der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zufolge vorbei. Die Lagerbestände der Industrieländer haben, laut einem Bericht der Opec mit ihren 14 Mitgliedsstaaten, im März nur noch bei neun Millionen Fass (1 Fass = 159 Liter) über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre gelegen. Anfang 2017 waren es noch 340 Millionen Barrel gewesen. Zu der Entwicklung trugen die gemeinsame Förderbremse der Opec- und Nicht-Opec-Länder sowie eine weltweit robuste Nachfrage bei.

Das Förderkartell erklärte zudem, bei geopolitischen Einflüssen, die die Öl-Produktion beeinflussen könnten, einspringen zu können: US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche das internationale Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt. Das könnte weitreichende Folgen für den iranischen Ölexport haben. Das Land ist der drittgrößte Exporteur der Opec. Seine tägliche Produktion von rund 3,8 Millionen Fass entspricht knapp vier Prozent der weltweiten Ölförderung.

Der Ölpreis hat sich auch wegen der gedeckelten Produktion der Förderländer in den vergangenen Monaten stetig verteuert. Am Montag kostete die Sorte Brent aus der Nordsee mit 77,26 Dollar pro Fass rund 15 Cent mehr als am Freitag. Mitte Februar war es noch für 62,50 Dollar zu haben gewesen. Zwischen Mitte 2014 und Anfang 2016 hatte es angesichts einer weltweiten Überproduktion einen Preissturz von 115 auf 29 Dollar gegeben.

Quelle: ntv.de, agr/rts