Wirtschaft

Ärger in iPhone-City Foxconn-Arbeiter sollen mit 1400 Dollar besänftigt werden

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Die Fabrik in Zhengzhou ist ein ganzer Industriekomplex. Dort arbeiten rund 200.000 Menschen.

(Foto: dpa)

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Als die Angestellten des chinesischen Apple-Zulieferers Foxconn erfahren, dass sie ihre Sonderzahlungen später erhalten als angenommen, kommt es auf dem Gelände der Fabrik zu Auseinandersetzungen. Um die Gemüter zu beruhigen, entscheidet sich der Konzern für einen ungewöhnlichen Schritt.

Der chinesische Apple-Zulieferer Foxconn hat laut dem US-amerikanischen Finanzportal Bloomberg neu eingestellten Arbeitern angeboten, ihnen umgerechnet rund 1400 Dollar zu zahlen. Die Voraussetzung: Sie müssen die weltgrößte iPhone-Montagefabrik in Zhengzhou verlassen.

Foxconn (Hon Hai)
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Die Maßnahme soll einerseits verärgerte neue Mitarbeiter beschwichtigen, die in dem jüngsten gewalttätigen Protest auf dem Werksgelände eine zentrale Rolle gespielt haben. Andererseits wolle das Unternehmen so aber auch Mitarbeiter loswerden, die für viel Spannung in den eigenen Reihen gesorgt haben, heißt es.

Die Unruhen waren ausgebrochen, als die Arbeiter erfuhren, dass sie die versprochenen höheren Löhne nur dann erhalten würden, wenn sie bis März in der Fabrik blieben. Die Summe soll nach Informationen von Bloomberg in zwei Raten gezahlt werden und den Angestellten ihre Heimreise erleichtern. Die Abfindung entspricht mehr als einem Monatsgehalt.

Die Fabrik in Zhengzhou ist ein ganzer Industriekomplex, der auch "iPhone-City" genannt wird. Dort arbeiten rund 200.000 Menschen. Die meisten von ihnen sind auf dem Gelände in großen Schlafsälen untergebracht. Am Standort werden etliche Geräte von Apple produziert, darunter auch das iPhone 14 Pro und Pro Max.

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Die Montagefabrik wurde im Oktober von einem Covid-Ausbruch heimgesucht und zur Schließung gezwungen. Das führte zu einem Massenexodus von Arbeitern, die vor dem Ausbruch der Krankheit flohen. Foxconn startete daraufhin eine massive Rekrutierungskampagne. Laut chinesischen Staatsmedien haben sich daraufhin mehr als 100.000 Menschen für die ausgeschriebenen Stellen beworben. Der Konzern ist mit mehr als einer Million Beschäftigten an rund 30 Standorten der größte private Arbeitgeber in China.

In China gilt noch immer eine sehr strenge Null-Covid-Politik. Tägliche Tests und strikte Isolation bei einer Ansteckung gehören dazu. In Fabriken, aber auch an Universitäten richten die Behörden oft eine "Corona-Blase" ein - die Menschen dürfen dann wochenlang das Gelände nicht verlassen. Von einem Anfang November verhängten Lockdown rund um das Foxconn-Gelände waren 600.000 Menschen betroffen.

Quelle: ntv.de, jki

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