Wirtschaft

Milliardär soll Präsident werden Foxconn-Boss folgt Befehl einer See-Gottheit

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Terry Gou hat offenbar einen guten Draht zur Seegöttin Matsu.

(Foto: imago/VCG)

Terry Gou soll der nächste Präsident Taiwans werden - so will es offenbar die Seegöttin Matsu. Der Vorstandsvorsitzende von Foxconn folgt natürlich ihrem Befehl. Der Milliardär könnte als Staatsoberhaupt vor allem das angespannte Verhältnis zu China wieder auflockern.

Der Vorstandsvorsitzende von Foxconn, Terry Gou, will bei der taiwanesischen Präsidentschaftswahl 2020 für die chinafreundliche Oppositionspartei Kuomintang (KMT) antreten, weil eine See-Gottheit ihm dies gesagt haben soll. Er folge dem Befehl der Gottheit Matsu, sagte der Chef des weltgrößen Auftragfertigers vor mehr als Hundert Menschen im Tempel Ci Hui in Banqiao. In dem Ort wuchs der Milliadär auf. Der Tempel ist der Gottheit Mazu gewidmet, die in Taiwan sehr populär ist und die über alle Dinge von Sicherheit bis Reichtum bestimmen soll. Gou hat allerdings noch nicht formal seine Bewerbung um das Präsidentenamt bekannt gegeben.

Foxconn (Hon Hai)
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Ein Sprecher der KMT erklärte derweil, der Vorsitzende Wu Den-yih werde Gou eine Urkunde überreichen, um zu zeigen, dass er ein Ehrenmitglied der Partei sei. Parteiangaben zufolge ist der 69-Jährige seit über 50 Jahren KMT-Mitglied. Die KMT ist gegen die Unabhängigkeit Taiwans und setzt sich für engere Beziehungen mit China ein. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan nach dem Ein-China-Prinzip als Teil des Landes. Taiwan hingegen hatte sich 1949 von der Regierung auf dem Festland losgesagt.

Die Beziehungen zwischen China und Taiwan haben sich verschlechtert, seit Präsident Tsai Ing-wen von der DPP im Jahr 2016 die Macht übernommen hat. Die Spannungen nahmen zuletzt wieder zu, als chinesische Kriegsschiffe Bohrungen um die Insel herum durchführten. "Ohne Frieden gibt es keine Sicherheit ... Ohne die Wirtschaft gibt es keine Zukunft. Wir müssen über die Zukunft der Jugend nachdenken", hatte Gou dazu erklärt.

Gou, Gründer und Konzernchef des Apple-Zulieferers Foxconn, ist Taiwans reichste Person mit einem geschätzten Vermögen von 7,6 Milliarden US-Dollar. Er hatte gegenüber Reuters am Montag angekündigt, sich in den kommenden Monaten aus dem operativen Geschäft bei Foxconn zurückziehen zu wollen, um jungen Talenten den Weg zu ebnen. Allerdings wolle Gou weiterhin Aufsichtsrat bleiben. Der 1974 gegründete weltgrößte Auftragsfertiger mit einem Jahresumsatz von fast 170 Milliarden Dollar zählt mehr als eine Million Mitarbeiter, ein Großteil davon in China.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

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