Wirtschaft

Appell an Trump Frühere Fed-Chefs fordern Unabhängigkeit

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Drei der vier früheren Fed-Vorsitzenden im April 2016 (von links): Janet Yellen, Ben Bernanke und Paul Volcker.

(Foto: AP)

Es kann ihm gar nicht schnell genug gehen: US-Präsident Trump predigt seit Monaten, die Fed möge die Zinsen senken. Er verspricht sich davon einen konjunkturellen Aufschwung. Den früheren Chefs der Notenbank sind diese Einmischungen aus Washington ein Dorn im Auge.

Angesichts der mehrfachen Zinssenkungsforderungen von US-Präsident Donald Trump haben vier ehemalige amerikanische Notenbankchefs in einer gemeinsamen Erklärung die Wahrung der Unabhängigkeit der Federal Reserve angemahnt.

Die Fed und ihr Vorsitzender müssten unabhängig und im besten Interesse der Wirtschaft handeln dürfen, frei von kurzfristigem politischen Druck und insbesondere ohne die Gefahr einer Absetzung oder Degradierung von Führungskräften aus politischen Gründen, schrieben die vier noch lebenden Ex-Fed-Vorsitzenden Paul Volcker, Alan Greenspan, Ben Bernanke und Janet Yellen in einem Gastbeitrag im "Wall Street Journal". "Es ist wichtig, die Fähigkeit der Federal Reserve zu erhalten, Entscheidungen im besten Interesse der Nation zu treffen, nicht auf Basis der Interessen einer kleinen Gruppe von Politikern."

Die vier ehemaligen Fed-Chefs reagieren damit auf den ungewöhnlichen Druck, den Trump seit Monaten auf die Notenbank und ihren von ihm selbst nominierten Vorsitzenden Jerome Powell ausübt. In oft ruppigem Ton kritisierte er die Währungshüter etwa als "ahnungslos" und drohte Powell damit, ihn bei Bedarf degradieren zu können. Er verlangt Zinssenkungen, um die Konjunktur zu befeuern.

Trump ist Zinssenkung nicht konsequent genug

Die Fed hatte im vergangenen Jahr den US-Leitzins vier Mal leicht angehoben. In der vergangenen Woche senkte sie den Zins aber zum ersten Mal seit der Finanzkrise von 2008 ab - und zwar leicht um 0,25 Punkte auf die Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent. Trump kritisierte diese Absenkung allerdings als unzureichend. Er verlangte einen "aggressiven Zyklus von Zinssenkungen".

Er warf Powell vor, das Land im Stich gelassen zu haben, weil keine weiteren Senkungen in Aussicht gestellt worden seien. Am Montag versetzte er der Fed mit Verweis auf die Abwertung der chinesischen Währung Yuan, die die USA im Handelsstreit unter Druck brachte und zu kräftigen Kursverlusten an den Börsen führte, ebenfalls einen Seitenhieb.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/AFP

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