Wirtschaft

KfW-Kredit getilgt Für Adidas bewölkt es sich schon wieder

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Adidas verdient im Herbst operativ wohl nur Geld, wenn rechnerisch mindestens neun von zehn Geschäften offen bleiben.

(Foto: imago images/Levine-Roberts)

Adidas hofft im Weihnachtsgeschäft, von weiteren Corona-Beschränkungen verschont zu bleiben. Im Sommer kehrte der Sportartikelhersteller zwar in die schwarzen Zahlen zurück. Eine Prognose für das noch gut sieben Wochen andauernde Jahr traut sich das Unternehmen aber weiterhin nicht zu.

Der Sportartikelhersteller Adidas hat im Sommer wieder Geld verdient. Angesichts der zweiten Corona-Welle rechnet der Konzern aber mit Rückschlägen im Weihnachtsgeschäft. "Waren wir zu Beginn des vierten Quartals zunächst wieder auf einem Wachstumspfad, erfordert die aktuelle Verschlimmerung der Pandemie in vielen Regionen der Welt erneut unsere Geduld und Unterstützung", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted.

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Zwischen Juli und Ende September profitierte Adidas dank gelockerter Corona-Einschränkungen und starker Zuwächse im Online-Geschäft. Zudem achtete der Konzern streng auf die Ausgaben. Am Ende lag das operative Ergebnis dann oberhalb der Management-Schätzung. Allerdings war das Betriebsergebnis mit 794 Millionen Euro noch knapp zwölf Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz sank im Quartal währungsbereinigt um drei Prozent auf knapp sechs Milliarden Euro, obwohl der Internet-Handel boomte. Unter dem Strich blieben mit 546 Millionen Euro genau 100 Millionen Euro weniger.

Für das laufende vierte Quartal erwartet Adidas wegen der Einschränkungen im Einzelhandel in vielen Märkten einen erneuten Umsatzrückgang um bis zu fünf Prozent. Das Betriebsergebnis werde von Oktober bis Dezember zwischen 100 und 200 Millionen Euro liegen. Allerdings nur, wenn gut neun von zehn Adidas-Geschäften geöffnet seien. Mit Blick auf das Gesamtjahr traut sich Adidas allerdings noch immer keine Prognose zu.

Im Frühjahr war Adidas angesichts Corona-bedingter Zusatzkosten von 250 Millionen Euro operativ in die roten Zahlen geraten, der Umsatz war wegen geschlossener Geschäfte und Sporteinrichtungen sowie abgesagter Sportveranstaltungen um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Mit der Zahlenvorlage teilte Adidas zudem mit, den milliardenschweren Corona-Hilfskredit nach einem halben Jahr getilgt und sich einen neuen Kredit bei Banken besorgt zu haben. Dem Konzern drohte angesichts geschlossener Läden das Geld auszugehen, weshalb er sich mithilfe der Staatsbank KfW ein drei Milliarden Euro schweres Konsortialdarlehen sicherte. Die 500 Millionen Euro, die Adidas daraus im Juli in Anspruch genommen hatte, seien zurückgezahlt worden, hieß es nun. Zugleich habe sich Adidas bei einem Dutzend Banken einen neuen, 1,5 Milliarden Euro schweren Kredit besorgt, der bis 2025 läuft.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts