Wirtschaft
Kein Empfang? In ein paar Jahren soll dies in Deutschland nur noch Seltenheitswert haben.
Kein Empfang? In ein paar Jahren soll dies in Deutschland nur noch Seltenheitswert haben.(Foto: dpa)
Donnerstag, 12. Juli 2018

"Ausbauoffensive" angekündigt: Funklöcher sollen bis 2021 gestopft werden

Netzbetreiber wollen die letzten "weißen Flecken" auf der deutschen Mobilfunk-Landkarte tilgen. Dies sichern sie auf dem Mobilfunkgipfel mit Minister Scheuer zu. Bis 2021 sollen eine halbe Million Haushalte zusätzlich Netzzugang erhalten. Kritikern dauert das zu lange.

Die Zahl der Funklöcher in Deutschland sollen weiter reduziert werden - mit einem zusätzlichen Ausbau des Netzes. Dazu haben die Netzbetreiber auf dem Mobilfunkgipfel von Verkehrs- und Infrastrukturminister Andreas Scheuer ihre Bereitschaft erklärt. "Ich habe von den Beteiligten die Zusage bekommen, dass im Laufe des Jahres 2021 in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit Mobilfunk versorgt werden müssen", erklärte der CSU-Politiker nach dem Treffen mit den drei Netzbetreibern Telekom, Vodafone und O2-Mutter Telefónica.

"Wir starten damit eine einzigartige Ausbauoffensive für Deutschland", kündigte Scheuer an. Die Mobilfunkbetreiber wollen demnach unter anderem mindestens 1000 Standorte mit dem Standard 4G in sogenannten "weißen Flecken" neu aufbauen oder aufrüsten und zudem jenseits dieser Bereiche davon mindestens 10.000 Standorte. In den nächsten Jahren würden so eine halbe Million Haushalte zusätzlich ans Mobilfunknetz angeschlossen.

Die Unternehmen knüpften die Zusage allerdings daran, dass die Vergabe der 5G-Lizenzen im kommenden Jahr nach ihren Wünschen verläuft. "Wir sind zu Investitionen bereit, wenn auch die Rahmenbedingungen gegeben sind, die wir brauchen", sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges. Zwingen kann Scheuer die Netzbetreiber nicht.

Die FDP hingegen kritisierte das Ergebnis des Treffens in Berlin, an dem auch Vertreter der Länder und Kommunen teilnahmen. "Der Mobilfunkgipfel ist ein Paradebeispiel der visionslosen Digital-Politik der großen Koalition", erklärte der Vizevorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Frank Sitta. "Große Ankündigungen, vage Ergebnisse, keine Lösungen." Scheuers Vorgänger Alexander Dobrindt habe die Schließung der Funklöcher bereits für dieses Jahr angekündigt, bemängelte Sitta. "Herr Scheuer hat sie jetzt auf das Ende der Legislatur verschoben."

Quelle: n-tv.de