Wirtschaft

Bahn lässt Frist verstreichen GDL erklärt Tarifverhandlungen für gescheitert

66373522.jpg

Wenn viele GDL-Mitglieder ihre Überstunden abbauen, könnte es zu streikähnlichen Zuständen kommen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Weitere Streiks bei der Bahn wollen Bahn und Lokführergewerkschaften vermeiden. Doch die Bahn lässt ein Ultimatum der GDL verstreichen. Und das bisherige Angebot lässt die Lokführer kalt, die bereits mit Überstundenabbau drohen.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Die Bahn habe ein von der GDL gesetztes Ultimatum "ungenutzt verstreichen lassen", erklärte die Gewerkschaft zur Begründung. "Aus Sicht der GDL ist das irrationale Verhalten des Konzerns nicht nur nicht nachvollziehbar, sondern schlichtweg nicht akzeptabel", kritisierte GDL-Chef Claus Weselsky.

Solange die Bahn kein verbessertes Angebot vorlege, werde die GDL nicht in Tarifverhandlungen einsteigen, bekräftigte die Gewerkschaft. Bis zum Jahresende würden keine Arbeitskampfmaßnahmen seitens der Lokführer unternommen. Weselsky sagte, es könne durchaus sein, dass die Kollegen, "die hunderte Überstunden vor sich herschieben, nunmehr von ihrem Recht Gebrauch machen, in Freizeit zu gehen". Im Tarifstreit bei der Bahn war der Ton zwischen der Lokführergewerkschaft und dem Konzern zuvor deutlich schärfer geworden.

Die Bahn verhandelt seit Wochen mit der GDL sowie der Gewerkschaft EVG. Beide Gewerkschaften fordern 7,5 Prozent mehr Geld und den Ausbau eines 2016 vereinbarten Wahlmodells, bei dem Beschäftigte zwischen Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und mehr Urlaub wählen können. Am Montag hatte die EVG mit einem bundesweiten vierstündigen Warnstreik Druck gemacht.

Am Mittwoch legte die Bahn ein neues Angebot vor, das unter anderem 3,2 Prozent mehr Geld vorsieht. Eine Erhöhung in dieser Größenordnung sei "zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr ausreichend", erklärte Weselsky. Die Gremien der GDL würden nun über weitere Schritte beraten. Die Bahn hatte am Freitag versichert, sie wolle weiterhin Ergebnisse in der laufenden Tarifrunde "mit beiden Gewerkschaften erzielen".

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

Mehr zum Thema