Wirtschaft

"Gewerkschaft Millionen gezahlt" GM verklagt Fiat Chrysler wegen Bestechung

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Einen Monat lang legten Streiks der mächtigen Autogewerkschaft UAW die Produktion bei General Motors lahm.

(Foto: AP)

In den USA kämpfen zwei Autokonzerne mit harten Bandagen: Der von Streiks gebeutelte Hersteller General Motors verklagt Fiat Chrysler, Gewerkschaftler mit Millionen bestochen zu haben. Fiat Chrysler wirft dem Rivalen vor, die Fusion mit PSA verhindern zu wollen. Die Gewerkschaft hat noch eine andere Version.

Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat den US-italienischen Konkurrenten Fiat Chrysler wegen mutmaßlicher Bestechung von Gewerkschaftsfunktionären verklagt. Fiat Chrysler habe sich durch Bestechungszahlungen in Millionenhöhe Vorteile gegenüber der Konkurrenz in Tarifverhandlungen und -vereinbarungen verschafft, erklärte GM zur Begründung seiner Klage.

General Motors (GM)
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Fiat Chrysler wies die Vorwürfe als "unbegründet" zurück. Mutmaßlich habe GM den jetzigen Zeitpunkt für die Klage gewählt, um die geplante Fusion von Fiat Chrysler mit dem französischen PSA-Konzern sowie die laufenden Tarifverhandlungen von Fiat Chrysler mit der Gewerkschaft UAW zu torpedieren, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Die Führungsgremien von Fiat Chrysler und PSA hatten sich Ende Oktober auf die Fusion geeinigt. Dadurch soll der nach Verkaufszahlen viertgrößte Autobauer der Welt entstehen - hinter Volkswagen, der Renault-Nissan-Allianz und Toyota. Derzeit liegt GM auf dem vierten Platz.

Die Klage von GM wurde rund vier Wochen nach Ende eines 40-tägigen Streiks bei dem Autobauer eingereicht. GM hatte deswegen die Produktion in 31 Fabriken stilllegen müssen. Nachdem Tarifvereinbarungen mit GM und Ford erzielt wurden, verhandelt die mächtige Autogewerkschaft derzeit mit Fiat Chrysler. Die UAW bestreitet nicht, dass Bestechungsgelder an einzelne Funktionäre geflossen waren. Ein Gewerkschaftssprecher beteuerte jedoch, dass diese Zahlungen keinen Einfluss auf den Verlauf der bisherigen Tarifgespräche gehabt hätten.

Quelle: ntv.de, mau/AFP