Wirtschaft

EU verhängt Importverbot Gammelfleischskandal erschüttert Brasilien

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Der brasilianischen Fleischwirtschaft drohen empfindliche Verluste.

(Foto: dpa)

Umettikettiertes, verdorbenes und mit Chemikalien versetztes Fleisch: Brasilien, den größten Fleischexporteur der Welt, trifft der Gammelfleischskandal besonders hart. Die EU verlangt durchgreifende Gegenmaßnahmen.

Wegen des Gammelfleischskandals in Brasilien hat die Europäische Union einen Importstopp für Ware aus den betroffenen Betrieben verhängt. Außerdem forderte der derzeitige Ratsvorsitzende Joseph Muscat Brasilien zu durchgreifenden Gegenmaßnahmen auf. Die EU werde Kontrollen verschärfen und eine einheitliche Linie abstimmen, sagte Muscat.

In Deutschland ist nach Einschätzung des Bundesagrarministeriums das Gammelfleisch nicht verkauft worden. Ihnen lägen "keine Informationen vor, dass Sendungen aus den betroffenen brasilianischen Firmen nach Deutschland gelangt seien", teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Berlin mit. Auch aus anderen EU-Staaten gebe es laut einem entsprechenden Schnellwarnsystem keine Meldungen, dass dort gesundheitsschädliches Fleisch aufgetaucht sei.

21 Betriebe unter Verdacht

In Brasilien sollen mehrere Firmen verdorbenes Fleisch umetikettiert, gestreckt und mit Chemikalien bearbeitet haben. Gegen die Unternehmen verhängte Brasilien ein Exportverbot. Der EU-Importstopp richtet sich gegen Fleisch der betroffenen Firmen, das schon vor Eintritt des Verbots nach Europa verschickt wurde. Es soll abgewiesen und zurück nach Brasilien geschickt werden.

Die Polizei in Brasilien hatte den Skandal bei Razzien vor einer Woche aufgedeckt. Mindestens 21 Produktionsstätten stehen im Verdacht. Brasilien ist der größte Fleischexporteur der Welt, die Branche ist eine wichtige Stütze der Wirtschaft. Der Skandal und die Importstopps mehrerer Länder führen zu deutlichen Einbußen in der brasilianischen Fleischwirtschaft.

"Die Gesundheit der Verbraucher ist unser oberstes Interesse", betonte der EU-Ratsvorsitzende Muscat. Die EU behalte sich weitere Maßnahmen vor, je nachdem, wie die verschärften Kontrollen ausfielen und wie die brasilianischen Behörden es schafften, die Glaubwürdigkeit ihrer Kontrollinstanzen wieder herzustellen, sagte der Regierungschef von Malta, das derzeit den Ratsvorsitz hat.

Entwarnung für deutsche Verbraucher

Der Verband der Fleischwirtschaft (VdF) in Deutschland hatte diese Woche keine Anzeichen gesehen, dass ein erhöhtes Risiko für Einfuhren nach Deutschland besteht. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Rindfleischimporte der EU von den aktuell aufgedeckten Straftaten in Brasilien betroffen sind oder waren", hatte der Verband betont.

Es würden nur ganze Teilstücke geliefert und keine Fleischmischungen oder mit Zutaten verarbeitete Erzeugnisse. Wegen der Transportdauer würden die Lieferungen direkt am Produktionsort vakuumverpackt. Zudem würden Fleischimporte einer veterinären Einfuhruntersuchung unterzogen. Sollte das Fleisch mit Zusätzen behandelt oder nicht genusstauglich sein, "würde es zurückgewiesen oder vernichtet", hatte der Verband erklärt.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa